Heidelberg Pharma hat Patientenstudie im Blick

Investitionen in Produktion sorgen für Verlust

Heidelberg Pharma hat Patientenstudie im Blick

igo Stuttgart – Das Biotechunternehmen Heidelberg Pharma hat seine Investitionen zur Entwicklung eines neuen Krebswirkstoffes im per 1. Dezember 2017 begonnenen ersten Quartal planmäßig erhöht und damit den Quartalsverlust ausgeweitet. Das Unternehmen hofft, dass Anfang 2019 die ersten Patienten mit dem selbst entwickelten Produktkandidaten HDP-101 behandelt werden können. “Wir gehen davon aus, bis Ende des Jahres die formalen Voraussetzungen für die klinische Studie mit Patienten zu erreichen”, sagte Vorstands- und Finanzchef Jan Schmidt-Brand der Börsen-Zeitung.Neben der Eigenentwicklung eines Arzneimittels lizenziert das Unternehmen den von ihm entwickelten Wirkstoff Amanitin – der an einen Antikörper angedockt Krebszellen abtötet – an Partner aus. Neben dem japanischen Pharmakonzern Takeda gehört seit Anfang März auch der auf Stammzellentransplantationen spezialisierte US-Konzern Magenta Therapeutics zu den Partnern. Auf Sicht von zehn Jahren erwartet Heidelberg Pharma aus dieser Zusammenarbeit Meilensteinzahlungen von insgesamt bis zu 334 Mill. Dollar. Zudem fließen, wie bei Takeda, Zahlungen für Technologiezugang und Forschungsleistungen. Bis Ende Februar erlöste das Unternehmen, an dem SAP-Gründer Dietmar Hopp 75 % hält, mit 600 000 Euro rund 100 000 Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Die betrieblichen Aufwendungen stiegen von 2,5 Mill. auf 3,1 Mill. Euro. Der größte Block entfällt mit 2,1 Mill. Euro auf Forschungs- und Entwicklungskosten, da das Unternehmen die externe Massenproduktion vorbereitet. Sie wird aufgrund der hohen regulatischen Standards ausgelagert. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz 3 Mill. bis 5 Mill. Euro nach zuvor 2,5 Mill. Euro betragen. Abhängig ist die Prognose auch von den erreichten Meilensteinen der Forschungspartner und deren Zahlungen. Die betrieblichen Kosten werden zwischen 16 Mill. Euro und 20 Mill. Euro nach zuvor 13,2 Mill. Euro erwartet. Der operative Verlust soll von 10,8 Mill. Euro auf 12 Mill. bis 16 Mill. Euro steigen. Die aktuelle Prognose sei als konservativ einzuschätzen, so Schmidt-Brand. Bei seiner Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Schmidt-Brand zufolge rund 35 Mill. Euro eingesammelt (vgl. BZ vom 8.11.2017). Abzüglich 5 Mill. Euro für die Umwandlung eines bestehenden Darlehens und der Kosten für die Kapitalerhöhung werde diese Summe ausreichen, um Heidelberg Pharma bis 2020 durchzufinanzieren, so der Vorstands- und Finanzchef. Er geht für 2018 von einem monatlichen Barmittelverbrauch von 1,1 Mill. bis 1,4 Mill. Euro aus.