Infineon sichert sich mit Anleihe 1,2 Mrd. Euro

Erlös gilt zur Hälfte als Eigenkapital für US-Deal

Infineon sichert sich mit Anleihe 1,2 Mrd. Euro

sck München – Zur Refinanzierung der teuren Übernahme des kleineren US-Wettbewerbers Cypress hat Infineon 1,2 Mrd. Euro über die zuvor angekündigte Emission einer Hybridanleihe eingesammelt. Dem Halbleiterkonzern zufolge war das Orderbuch “deutlich überzeichnet” (vgl. BZ vom 25. September). Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds, Banken und Versicherer zeichneten den Bond. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P), die für die in zwei Tranchen aufgeteilte Anleihe eine Bonitätseinstufung von “BB+” vergab, rechnet Hybridanleihen zur Hälfte dem Eigenkapital an. In diesem Fall sind 600 Mill. Euro maßgeblich, wenngleich nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS die Summe vollständig als Eigenkapital bilanziert werden kann. Zusammen mit den über eine Kapitalerhöhung eingebrachten 1,55 Mrd. Euro deckt der Dax-Konzern nunmehr 2,15 Mrd. Euro des Kaufpreises von 9 Mrd. Euro über neu geschaffenes Eigenkapital. Zur Bekanntgabe des geplanten Erwerbs Anfang Juni kündigte Finanzvorstand Sven Schneider an, den Kaufpreis über eine gemischte Finanzierungsform zu decken, wobei Bankkredite mit rund 5,8 Mrd. Euro den Löwenanteil ausmachen. Rund 30 % soll Infineon über frisches Eigenkapital refinanzieren. Das sind etwa 2,7 Mrd. Euro (vgl. BZ vom 4. Juni). Somit besteht für das Unternehmen rein rechnerisch noch eine Lücke von 550 Mill. Euro, um den Bedarf komplett zu decken. Die jüngste Emission trage “erheblich zum angestrebten Eigenkapitalanteil der Gesamtfinanzierung bei”, ließ sich der CFO zitieren. Die Emission unterstreiche das Vertrauen der Anleger in Infineon. “Das verschafft uns eine große Flexibilität hinsichtlich des Zeitplans und der Instrumente für den verbleibenden Refinanzierungsbedarf”, so Schneider. S&P bewertet derzeit Infineon mit “BBB” mit negativem Ausblick. Mit der aktuellen Finanzierungsstruktur in Bezug auf das Eigenkapital kann Infineon wohl ein Investment-Grade-Niveau halten. Dies wäre bei S&P bis zu einer Einstufung von “BBB-” möglich. Bei Bekanntgabe der Übernahme äußerte sich Schneider zuversichtlich, mit der Mischfinanzierung “weiterhin ein stabiles Investment-Grade-Rating zu erhalten” (vgl. BZ vom 4. Juni).