Innovation statt Blabla
Eine Perle aus der Kommunikationsberatung ist dieser Tage ins elektronische Postfach geflattert: MDax-Firmen, deren CEOs sich in den Aktionärsbriefen oft zum Thema Innovation ausgelassen haben, würden am Aktienmarkt über ein oder drei Jahre hinweg besser abschneiden als solche, die das weniger oft tun. Schön, dass es hier nur um Substanz geht: Je mehr Sätze mit “Innovation” zu tun haben gemessen an der Gesamtmenge des CEO-Briefs, desto besser. “Gezählt wurden immer ganze Sätze”, heißt es. Deutsche Wohnen aus der gerade wenig gelittenen Immobilienbranche darf sich geschmeichelt fühlen. Hier hat der CEO sage und schreibe 40 % seines Platzes den Themen “nachhaltiges Wirtschaften und digitale Lösungen in der Immobilienwirtschaft” gewidmet. Besser schneiden nur Kion und Carl Zeiss Meditec ab. Ohne persönlich werden zu wollen: Der Onlinehändler Zalando und die Start-up-Gruppe Rocket Internet kommen in dieser Analyse auf null Punkte. Liegt wohl in der Natur der Sache. Wer innovativ ist, muss es nicht ständig betonen. Andererseits lässt sich aber wirklich alles mit allem korrelieren. dm