Krones verspricht mittelfristig höhere Profitabilität

Maschinenbauer will Ziele 2020 auch mit Gang ins Ausland erreichen - Anleger sind begeistert - Geschäft zieht im dritten Quartal an

Krones verspricht mittelfristig höhere Profitabilität

mic München – Krones verspricht den Aktionären eine höhere Marge und ein stärker steigendes Wachstum. Dies sind die Kernelemente der neuen Mittelfristplanung des Herstellers von Anlagen zum Abfüllen von Getränken, deren Verkündung der Vorstand bereits avisiert hatte.Die Anleger waren erfreut. Für Rückenwind sorgte auch, dass Krones nach einem Hänger im ersten Halbjahr den Auftragseingang im dritten Quartal steigern konnte. Die Aktie legte um 12 % auf 94,28 Euro zu. Dies macht die unterdurchschnittliche Performance 2016 aber nicht wett. Der Kurs notierte bis zur Mittelfristpräsentation mit 24 % im Minus, während der MDax um 2 % zulegte.Das Krones-Management strebt bis zum Jahr 2020 eine Marge auf das Vorsteuerergebnis von 8 % an. Bisher galten 7 % als mittelfristige Vorgabe. Jedoch dürfte dieser Wert im laufenden Jahr zum zweiten Mal in Folge erreicht werden. Nach neun Monaten stehen wie in der Vorjahresperiode 6,9 % zu Buche. Da von den Preisen auch mittelfristig keine Unterstützung zu erwarten sei, müsse Krones für die angestrebte Margensteigerung hart arbeiten, stellte Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk fest: “Der Kampf um Aufträge bleibt intensiv, weil die Qualität und Quantität der Wettbewerber zunimmt.” Cash fließt abKrones will daher einen größeren Teil des Einkaufs, des Engineerings sowie Teile der Produktion in die ausländischen Regionen verlagern, in denen die Kunden ihre Fabriken betreiben. Während gut die Hälfte des Umsatzes 2015 aus den aufstrebenden Märkten stammt, ist dort nur knapp ein Sechstel der Mitarbeiter beschäftigt. Zudem werde die Gesellschaft die Modularisierung ihrer Maschinen vorantreiben und das margenstarke Service-Geschäft ausbauen, erklärte das Management.Den Umsatz will Krones bis zum Jahr 2020 um durchschnittlich 7 % steigern. Damit traut sich der Maschinenbauer eine Beschleunigung zu, denn das bisherige Ziel von 5 % bis 7 % dürfte in den Jahren 2013 bis 2016 nur am unteren Rand eingelöst werden. Die Rechnung für die Zukunft lautet: Der Markt werde um 5 % zulegen, jedoch verzeichne die Krones-Produktpalette ein Plus von nur 3 %. Weitere zwei Prozentpunkte wollen die Oberpfälzer daher durch eine Produktdiversifizierung gewinnen. Die übrigen zwei Punkte speisen sich den Plänen zufolge aus Akquisitionen. Als Kriterien für Zukäufe nannten Klenk und Finanzvorstand Michael Andersen ein Umsatzvolumen des Zielobjekts von 20 bis 70 Mill. Euro sowie Profitabilität.Krones verfügt über eine Nettoliquidität von 122 Mill. Euro. Allerdings lag der Free Cash-flow (ohne Akquisitionen) in den ersten neun Monaten bei – 165 Mill. Euro. Für Firmenkäufe flossen 32 Mill. Euro ab.Als einzige mittelfristige Zielgröße bleibt der Wert für die Rendite auf das eingesetzte Kapital unverändert. Der Konzern will 20 % erreichen, indem er sich noch stärker auf das Working Capital konzentriert. Den Wert von 20 % hat Krones zuletzt deutlich verfehlt. Nach knapp 18 % im Vorjahr bezeichnet das Management es nun als “sehr ambitioniertes Ziel”, die Vorgabe 2016 von 18 % zu erreichen. Nach drei Quartalen werden nur 15,5 % gemeldet.Die Nachfrageschwäche im zweiten Quartal, die die Anleger irritiert hatte, sei nur vorübergehend gewesen, stellt der Vorstand bei der Präsentation des dritten Quartals fest. Der Auftragseingang zog um 8 % auf 850 Mill. Euro an. Die Analysten hatten im Schnitt nur 820 Mill. Euro erwartet. Der Umsatz legte dank eines florierenden China-Geschäfts und anziehender Aktivitäten in Osteuropa um 6,9 % auf 820 Mill Euro zu – während in der ersten Jahreshälfte das Plus nur 3,8 % betragen hatte. Da nach neun Monaten damit 4,8 % zu Buche stehen, dürfte das Jahresziel von 3 % übertroffen werden.Die unveränderte Marge von 6,9 % wäre besser ausgefallen, hätte es im zweiten Quartal nicht negative Währungseffekte gegeben, stellt der Vorstand fest.—– Wertberichtigt Seite 6