Chemieindustrie

Lanxess spannt weiten Zielkorridor auf

Lanxess reiht sich nahtlos in die Phalanx der Chemiekonzerne ein, die nach einem schwachen Auftakt auf eine Erholung im zweiten Halbjahr setzen.

Lanxess spannt weiten Zielkorridor auf

Lanxess spannt
weites Prognoseband

Hoffnung ruht auf zweitem Halbjahr – Cash hat Priorität

ab Düsseldorf

Lanxess bekommt die breite konjunkturelle Schwäche deutlich zu spüren. Mit einem operativen Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) von 189 Mill. Euro (−28%) landete der Chemiekonzern im Auftaktquartal am unteren Rand der vorgegebenen Spanne, die von 180 bis 220 Mill. Euro reichte. Besserung ist nicht in Sicht, geht Lanxess doch auch für das zweite Jahresviertel von einem vergleichbaren operativen Ergebnis aus, wie mitgeteilt wird. Das entspräche einem Rückgang um ein Viertel.

„2023 wird das erwartet harte Jahr für die Chemieindustrie und für Lanxess“, sagte Vorstandschef Matthias Zachert, dessen Vertrag am Vortag bis 2029 verlängert wurde. „Ich gehe aber davon aus, dass sich die wirtschaftliche Lage im zweiten Halbjahr deutlich aufhellen und sich dies dann auch in unseren Ergebnissen widerspiegeln wird“, stimmte Zachert in den Chor der Branchenvertreter ein.

Wie umfangreich die Aufholjagd ausfallen muss, lässt sich an der konkretisierten Prognose ablesen. Im Gesamtjahr wird mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 850 und 950 Mill. Euro kalkuliert. Bislang hatte Lanxess für 2023 ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau (930 Mill. Euro) in Aussicht gestellt.

Das Quartalsergebnis sieht Zachert gleichwohl als Bestätigung des eingeschlagenen Kurses an. Mit dem Rückzug aus dem Geschäft mit Hochleistungskunststoffen, das zum 1. April in das Joint Venture mit Advent eingebracht wurde, „haben wir unser Portfolio weiter in Richtung Spezialchemie transformiert“. Das erhöhe die Widerstandsfähigkeit im „derzeit schweren Fahrwasser“.

Insbesondere die Stärkung der Division Consumer Protection zahlte sich im Berichtsquartal aus. Es war die einzige Sparte, in der Umsatz und operatives Ergebnis – auch akquisitionsbedingt – stiegen. Mit einer Ergebnishalbierung war dagegen das Segment Advanced Intermediates konfrontiert.

Bestätigt wird diese Einschätzung durch das Konzernergebnis, das mit 44 (i.V. 98) Mill. Euro in die roten Zahlen rutschte. Schuld daran war das nicht fortgeführte Geschäft, das inzwischen in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht wurde. Im fortgeführten Geschäft verdiente Lanxess unter dem Strich 10 (66) Mill. Euro. Oberste Priorität misst Lanxess 2023 der Cashflow-Generierung bei. Im Zweifel könne dies auch zulasten des Ergebnisses gehen, heißt es in der Investorenpräsentation. Im Berichtsquartal zeigen sich erste Erfolge der Vorgehensweise, aus dem operativen Geschäft flossen 171 Mill. Euro zu, nach einem Mittelabfluss von 93 Mill. Euro im Vorjahr.

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