Manz setzt auf Durchbruch der Elektromobilität
Von Martin Dunzendorfer, FrankfurtDer Spezialmaschinenbauer Manz steckt seit 2014 in wechselnden Sondersituationen, die Jahr für Jahr den Erfolg wesentlich beeinträchtigen. Mal sind es hohe Abschreibungen im Solargeschäft, mal bedeutende Auftragsstornierungen. Selbst 2017, als Manz ein operatives Plus erzielte, gelang dies nur, weil der Konzern aus der Einbringung seiner Solar-Tochter in ein Joint Venture mit chinesischen Partnern 50 Mill. Euro erhielt. Wie sich an der Aktienentwicklung ablesen lässt, haben die Investoren längst Geduld und Vertrauen verloren. Am Dienstag schloss die Manz-Aktie mit 17 Euro; erst Mitte August war das Papier auf das historische Tief von 15,80 Euro gefallen. “Vertrauen ist wie ein scheues Reh”, stimmt Manfred Hochleitner dieser Einschätzung zu. “Ist es erst mal weg, kommt es nur sehr langsam wieder zurück.” Doch der Finanzvorstand ist überzeugt davon, dass es mit Manz in den nächsten Jahren deutlich aufwärts gehen wird. Im Gespräch mit der Börsen-Zeitung weist er vor allem auf Energy Storage hin.Als Anbieter von Anlagen zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batteriezellen und -Systemen sowie (Super-)Kondensatoren profitiere Manz enorm vom Aufschwung der Elektromobilität, der bei der Realisierung einer umfassenden Energiewende und bei der Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte eine wesentliche Bedeutung zukomme, sagt Hochleitner am Rande der vom Finanzintermediär Equity Partners veranstalteten jährlichen Herbstkonferenz in Frankfurt. Zweifel am Durchbruch dieser Technologie habe er trotz bislang bescheidener Absatzerfolge nicht. “Sonst können wir die ganze EU vergessen” – womit der CFO auf die von Brüssel gesetzten Klimaziele bzw. die bis 2030 vorgeschriebene Reduktion von Treibhausgas-Emissionen anspielt.Allerdings räumt Hochleitner ein, dass der Markt für E-Mobilität bislang noch nicht die Wachstumsdynamik gezeigt hat, die seiner Bedeutung angemessen wäre. “Lithium-Ionen-Batterien sind noch zu teuer und erfüllen bei der Reichweite noch nicht die Erwartungen, um sich in der Breite als wirkliche Alternative zu herkömmlichen Antriebssystemen zu etablieren.” An beiden Stellschrauben arbeite Manz mit Hochdruck. Die Profitabilität fördern soll auch die Abkehr von der Entwicklung aufwendiger Einzelmaschinen und die Stärkung standardisierten Geschäfts. “Wir wollen mehr Umsatz mit weniger Engineering-Aufwand erzielen und durch mehr standardisierte und modular aufgebaute Entwicklungskonzepte Skaleneffekte besser nutzen”, sagt Hochleitner. Für 2019 erwartet er “eine positive Ebit-Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich”. Langfristig soll die Umsatzrendite auf 10 % steigen. Das kann dauern.