Autoindustrie

Marke VW will Sparprogramm bis Weihnachten vorlegen

Bis Weihnachten wollen das Management der Marke Volkswagen und der Betriebsrat Eckpunkte des angekündigten Effizienzprogramms vereinbart haben. Im Raum stehen auch Personalmaßnahmen.

Marke VW will Sparprogramm bis Weihnachten vorlegen

Sparmaßnahmen noch vor Weihnachten

VW lässt Eckpunkte des Effizienzprogramms bei Betriebsversammlung vorerst offen

ste Hamburg

Volkswagen lässt mit den wesentlichen Inhalten des Effizienzprogramms für die renditeschwache Kernmarke VW Pkw auf sich warten. Die Verhandlungen befänden sich auf den entscheidenden Metern, sagte Betriebsratschefin Daniela Cavallo anlässlich einer Betriebsversammlung am Mittwoch im Wolfsburger Stammwerk. Vorentscheidungen seien aber noch nicht gefallen.

Das Programm, das zu einer Ergebnisverbesserung um 10 Mrd. Euro führen soll, damit die operative Marge der Marke nach 3,4% in den ersten neun Monaten dieses Jahres bis 2026 bei 6,5% liegt, müsse erfolgreich werden, so Cavallo. Qualität sei dabei aber wichtiger als Schnelligkeit. Bis Weihnachten sollen die Eckpunkte feststehen. Bei einer Führungskräfte-Tagung am 18. Dezember in Berlin könnten die Maßnahmen vorgestellt werden.

VW-Markenchef Thomas Schäfer erklärte, Teile des Programms für 2024 und die Folgejahre seien bereits entschieden. So wird unter anderem auf den mit 800 Mill. Euro veranschlagten Bau des Auto-Entwicklungszentrums "Campus Sandkamp" verzichtet. Stattdessen soll mit 450 Mill. Euro in bestehende Gebäude der technischen Entwicklung investiert werden. Die Produktentwicklung soll von 50 auf 36 Monate verkürzt, die Zahl der Versuchsträger in der technischen Entwicklung um 50% reduziert werden.

Rote Linien

"Wir müssen bei Volkswagen künftig an vielen Ecken mit weniger Leuten auskommen", so Schäfer. Das bedeute nicht Arbeitsverdichtung, sondern alte Zöpfe abzuschneiden und keine Doppel- und Dreifacharbeit zuzulassen. Wie viele Stellen wegfallen sollen, ist offen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der Marke bis 2029 ausgeschlossen. Betriebsratschefin Cavallo verwies auf die roten Linien der Arbeitnehmervertretung. So komme ein Abrücken von der Beschäftigungssicherung und den Tarifverträgen nicht in Frage. Sie sprach sich dafür aus, den Jahrgang 1967 für Altersteilzeitregelungen mit langen Laufzeiten zu öffnen.

Konzern-Personalvorstand Gunnar Kilian sagte, Altersteilzeit und Ruhestandsregelungen müssten maximal genutzt werden, um den Personalbestand sozialverträglich zu verringern. Im indirekten Bereich, der Verwaltung, sollen die Personalkosten um ein Fünftel sinken. Kilian unterstrich, der Großteil der 10 Mrd. Euro, die man bis 2026 in der Marke VW heben müsse, werde "über prozessuale und strukturelle Hebel erbracht".

Cavallo forderte Markenchef Schäfer auf, wegzukommen "von den Schlagzeilen über Personalabbau bei VW". Mit Blick auf die Auslastung des Stammwerks verwies sie auf 453.000 produzierte Fahrzeuge in den ersten elf Monaten. Auch knapp 500.000 Fahrzeuge im Gesamtjahr wären nach durchschnittlich fast 780.000 Fahrzeugen zwischen 2010 und 2020 noch keine Trendwende.

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