Industrie

Maschinenbauer holen im Februar mehr Aufträge

Vor Beginn des Kriegs gegen die Ukraine haben die deutschen Maschinenbauer im Februar erneut eine höhere Nachfrage als im Vorjahr verzeichnet.

Maschinenbauer holen im Februar mehr Aufträge

kro Frankfurt

Vor Beginn des Kriegs gegen die Ukraine haben die deutschen Maschinenbauer im Februar erneut eine höhere Nachfrage als im Vorjahr verzeichnet. Die Bestellungen legten preisbereinigt um 11% zu, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch mitteilte. Wie schon im Januar war der Zuwachs dabei etwas stärker vom Inland getrieben. Während die Aufträge aus Deutschland um 13 % zulegten, belief sich das Plus aus dem Ausland auf 9 %.

„Für sich genommen zeichnet der Zuwachs der Bestellungen im Februar ein erfreuliches Bild. Die Auftragsbestände der Unternehmen waren zuvor bereits sehr hoch, und ein weiteres zweistelliges Wachstum verstärkt die gute Ausgangslage für das laufende Jahr“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Angesichts der ungewissen Folgen des Kriegs in der Ukraine sowie der wachsenden russischen Aggression habe dieser Monatswert jedoch nur wenig Aussagekraft für die Zukunft. „Wir werden erst im weiteren Jahresverlauf sehen, wie stark die Geschäfte im Maschinen- und Anlagenbau durch den Krieg sowie die anhaltenden Material- und Personalengpässe in Mitleidenschaft gezogen werden“, ergänzte Wiechers.

Schon jetzt ist für die Branche allerdings klar, dass es in diesem Jahr nicht, wie noch im Dezember erhofft, zu einer herausragenden Steigerung der Produktion kommen wird. War der Verband damals noch von einem Zuwachs von 7 % für 2022 ausgegangen, wurde die Prognose Mitte März wegen der absehbaren Verschärfungen der Lieferkettenschwierigkeiten auf 4 % zurechtgestutzt − und selbst an diesen Wert angesichts der Unsicherheiten noch ein dickes Fragezeichen gesetzt. Den Unternehmen mangelt es nach wie vor speziell an Chips und anderen Elektronikkomponenten, um die immer stärker vernetzten Maschinen auch fertigzustellen. Hinzu kommen die explodierenden Preise für wichtige Vorprodukte wie zum Beispiel für Stahl. Allein im Februar verteuerte sich der Werkstoff nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 %. Wegen der kriegsbedingt hinzugekommenen Energiekrise und des Wegfalls Russlands als Stahllieferant gehen Beobachter so schnell auch nicht von einer Entspannung der Situation aus.

Nicht zuletzt ist auch damit zu rechnen, dass Umsätze, die die Branche bisweilen in der Ukraine, Russland und Belarus generiert hat, wegen des Kriegs zum Teil oder auch ganz wegfallen dürften. Im vergangenen Jahr hatte die Branche Güter im Wert von insgesamt 7 Mrd. Euro in die Länder exportiert.