Autohersteller

Nissan schraubt die Prognose hoch

Nissan schlägt sich trotz gestiegener Kosten und Materialengpässe besser als erwartet und hebt seine Gewinnprognose kräftig an. Der operative Gewinn sprang im 2. Quartal um 45% auf 630 Mill. Euro,

Nissan schraubt die Prognose hoch

mf Tokio

Der japanische Autobauer Nissan hat seine Jahresprognose wegen seiner schwachen Heimatwährung kräftig angehoben. Für das Geschäftsjahr mit Bilanzstichtag 31.3. erwartet der Renault-Partner statt 250 Mrd. Yen nun einen operativen Gewinn von 360 Mrd. Yen (2,5 Mrd. Euro). Der Yen hat in diesem Jahr rund ein Fünftel zum Dollar verloren, was die Auslandseinnahmen bei der Umrechnung erhöht. Der Umsatz soll mit 10,9 Bill. Yen (74,7 Mrd. Euro) um 9% höher ausfallen als bisher vorhergesagt. Allerdings kürzte Nissan die Absatzprognose um 300000 auf 3,7 Millionen Fahrzeuge, was 100000 weniger als im Vorjahr wären.

Im zweiten Geschäftsquartal zwischen Juli und September gelang Nissan ein Gewinnsprung. Als Gründe wurden Kostensenkungen und der höhere Absatz von margenstarken Modellen genannt. Der Betriebsgewinn stieg um 45% auf 91,7 Mrd. Yen (628 Mill. Euro). Der Umsatz wuchs um 30% auf 2,52 Bill. Yen (17,2 Mrd. Euro). Trotz Halbleiterknappheit, Unterbrechungen der Lieferkette und steigender Energie- und Rohstoffpreise erholt sich unser Geschäft stetig und übertrifft unsere Pläne“, sagte CEO Makoto Uchida.

Die guten Geschäftszahlen ver­öffentlichte Nissan einen Tag nach Bekanntgabe einer Neustrukturierung von Renault (vgl. BZ vom 9. November). Der französische Autobauer will, dass sich Nissan mit bis zu 15% an der neuen Elektroauto-Sparte Ampere beteiligt. Gleichzeitig könnte Renault ihren Anteil an Nissan von 43,3% auf wahrscheinlich 15% abbauen. Diese Gespräche seien im Gange und verliefen „offen und konstruktiv“, berichtete Firmenchef Uchida. Mehr wollte er nicht sagen.

Aber Nissan hegt Medienberichten zufolge wegen geistiger Eigentumsrechte Vorbehalte gegen die neue Renault-Struktur. Man sorgt sich um patentiertes Know-how etwa zur Batterie- und Antriebstechnologie, da Renault und deren neuer Partner Geely aus China Hybrid- und Verbrennungsmotoren auch für Nissan und Mitsubishi Motors produzieren sollen. Dadurch würde Geely Zugriff auf diese Technologien erhalten und könnte sich im Wettbewerb mit Nissan in China einen Vorteil verschaffen. Renault ist dagegen in China nicht vertreten.

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