Noch nicht in Feierlaune
ab – Oliver Schuster lässt sich den Frust nicht anmerken. Sechs Jahre arbeitet der studierte Betriebswirt nun schon beim Bahntechnikkonzern Vossloh, und noch immer gehört das defizitäre Lokomotivgeschäft zum Portfolio. Das ist insofern bemerkenswert, als schon die Vorgänger im Vorstand das Lokomotivwerk in Kiel auf den Verkaufszettel geschrieben hatten. Doch Käufer sind rar gesät, auch wenn die Trennung nun wirklich kurz bevorsteht, wie der Finanzchef beteuert. Gleichwohl will der 54-Jährige die Sektkorken erst dann knallen lassen, wenn der Vertrag unterschrieben ist.Doch auch jenseits der schwierigen Verkaufsbemühungen ist der Arbeitsalltag in Werdohl angesichts der einschneidenden Maßnahmen, die Vossloh in diesem Frühjahr initiiert hat, alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Das ficht den einstigen Wirtschaftsprüfer allem Anschein nach jedoch nicht an. Er ist davon überzeugt, dass Vossloh nach dem Übergangsjahr 2019 gerade in finanzieller Hinsicht ein völlig anderes Unternehmen sein wird. Seine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte der in Kaiserslautern geborene Manager als Wirtschaftsprüfer, bevor er zur Jahrtausendwende zu Infineon wechselte. 2012 ereilte ihn der Ruf in den Vorstand der SKW Stahl-Metallurgie Holding. Dort blieb es allerdings bei einem kurzen Zwischenspiel, lockte 2014 doch schon der Vorstandsposten bei Vossloh. Neben den klassischen CFO-Themen fallen auch IT, Recht und Kommunikation sowie Lifecycle Solutions in Schusters Verantwortung.