Sparprogramm

Nokia streicht bis zu 14.000 Stellen

Der finnische Telekomausrüster Nokia setzt ein neues Sparprogramm auf und will dazu bis zu 14.000 Stellen abbauen.

Nokia streicht bis zu 14.000 Stellen

Nokia streicht bis zu 14.000 Stellen

Umsatzflaute zwingt den Mobilfunkausrüster zum Sparen – Nachfrage in den USA bricht ein

Reuters/dpa-afx Stockholm

Mit einem Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen reagiert der finnische Mobilfunkausrüster Nokia auf die schwache Nachfrage. Nach einem überraschend kräftigen Umsatzeinbruch im dritten Quartal tritt Konzernchef Pekka Lundmark auf die Kostenbremse. Bis 2026 will der Manager nun zwischen 800 Mill. und 1,2 Mrd. Euro sparen. "Nokia geht davon aus, dass das Programm schnell umgesetzt wird mit Einsparungen von mindestens 400 Mill. Euro 2024 und weiteren 300 Mill. Euro 2025", erklärte der Konzern am Donnerstag. Die Einsparungen sollten dazu führen, dass Nokia dann statt der bisher 86.000 Mitarbeiter nur noch zwischen 72.000 und 77.000 Beschäftigte hat.

Einbruch in den USA

Der Nettoumsatz auf vergleichbarer Basis fiel im dritten Quartal auf 4,98 Mrd. Euro von 6,24 Mrd. Euro im Vorjahr. Analysten hatten mit 5,67 Mrd. Euro gerechnet. Vor allem der Verkauf von Ausrüstung für den Mobilfunkstandard 5G sei in Märkten wie Nordamerika schleppend gelaufen.

Auf dem wichtigsten Markt des Unternehmens zeigte sich die Abwärtsspirale besonders deutlich. In Nordamerika sei der Nettoumsatz um 40% eingebrochen, räumte Nokia-Chef Lundmark ein. "Während unsere Umsätze im dritten Quartal belastet waren von der anhaltenden Unsicherheit, rechnen wir für das vierte Quartal mit einer normaleren saisonalen Verbesserung für unser Netzwerkgeschäft", sagte der Manager.

Lundmark lehnte es ab, weitere Details zu den bevorstehenden Stellenstreichungen zu nennen. Das Management müsse zunächst die Arbeitnehmervertreter konsultieren. Er wolle jedoch die Bereiche Forschung und Entwicklung schützen.

Nokia-Chef hält am Jahresausblick fest

Trotz der Maßnahmen hält der Nokia-Chef am Ausblick für das Gesamtjahr fest, peilt aber beim Umsatz nur noch das untere Ende der Zielspanne an. Bislang will Nokia 23,2 Mrd. bis 24,6 Mrd. Euro erlösen, wobei das untere Ende bei konstanten Wechselkursen gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von 4% entspricht. Die bereinigte operative Marge dürfte durch die Sparmaßnahmen in der Mitte der angepeilten Spanne von 11,5 bis 13,0% liegen. Bereits zum ersten Halbjahr hatte Nokia die Jahresziele gesenkt.

"Wir glauben weiterhin an den mittel- bis langfristigen Markt, aber wir werden nicht abwarten und beten, dass sich der Markt in absehbarer Zeit erholen wird", sagte CEO Lundmark. Knackpunkt sei ein Mangel an schnelleren Mid-Band-Geräten. Nur ein Viertel aller 5G-Basisstationen außerhalb Chinas verfügten derzeit über diese Technologie. Damit sich der Markt erholen könne, müsse die Branche in diesen Bereich investieren, um den wachsenden Datenverkehr bewältigen zu können, ergänzte der Manager.

Ericsson zeigt Milliardenverlust

Zu Wochenbeginn hatte der schwedische Konkurrent Ericsson einen Milliardenverlust im dritten Quartal gemeldet und vor einer weiter gedämpften Investitionsbereitschaft von Kunden gewarnt. "Wir gehen davon aus, dass sich die zugrundeliegende Unsicherheit bis 2024 auf unser Netzwerkgeschäft auswirken wird", sagte Ericsson-Chef Börje Ekholm am Dienstag. Unter dem Strich fiel bei Ericsson im dritten Quartal ein Verlust von 30,5 Mrd. skr (2,6 Mrd. Euro) an - nach einem Gewinn von 5,4 Mrd. skr im Vorjahreszeitraum.

Lesen Sie mehr zum Konkurrenten Ericsson: https://www.boersen-zeitung.de/meinung-analyse/tiefe-misere-bei-ericsson