Elektronikindustrie

Samsung verdient deutlich weniger

Samsung muss den zweiten Gewinnrückgang in Folge verbuchen. Dennoch zog die Aktie in Seoul leicht an, weil Investoren damit rechnen, dass der Elektronikkonzern die Investitionen im neuen Jahr drosselt.

Samsung verdient deutlich weniger

mf Tokio –  Eine „schleppende“ Nachfrage nach Speicherchips und ein „schwächerer“ Absatz von Smartphones haben Samsung Electronics den zweiten Gewinnrückgang in Folge eingebracht. Der operative Gewinn schrumpfte im vierten Quartal 2022 nach Angaben des Unternehmens um „bedeutende“ 69 % auf 4,3 Bill. Won (3,2 Mrd. Euro), den tiefsten Stand seit 2014 und klar unter den Erwartungen. Der Umsatz ging um 8,6% auf 70 Bill. Won (umgerechnet 52,6 Mrd. Euro) zurück. Schon im Vorquartal war der Ertrag um knapp ein Drittel eingebrochen.

Im Weihnachtsquartal kauften die Verbraucher wegen der hohen Inflation und steigender Zinsen weniger Elektronikgeräte. Zugleich litt Apple, ein Großkunde von Samsung für Speicherchips und Displays, unter einer verringerten Produktion in China infolge von Corona-Lockdowns. Die Nachfrage sei stärker als erwartet zurückgegangen, teilt Samsung weiter mit, da die Kunden „aus Finanzgründen“ ihre Lagerbestände angepasst hätten.

Die detaillierten Geschäftszahlen will der Konzern am 31. Januar vorlegen. Die Aktie zog in Seoul leicht an, weil Investoren damit rechnen, dass Samsung ebenso wie andere Branchengrößen, darunter TSMC, Micron und SK Hynix, die Kapitalausgaben sowie den Ausstoß im neuen Jahr verringern wird. Bisher ignorierten die Südkoreaner den Einbruch der Nachfrage. Zwischen Oktober und Dezember steigerten sie die Produktion von Speicherchips gemäß Berechnungen des Marktforschers Ebest um 10%, obwohl der durchschnittliche Verkaufspreis je Einheit um 28% zurückging.

Samsung investiert in Phasen eines konjunkturellen Abschwungs traditionell in neue Kapazitäten und Technik, um beim Aufschwung die Nase wieder weit vorn zu haben. Aber nach Ansicht von Morgan Stanley brechen die Preise von Dram- und Nand-Speichern in diesem Jahr um 47% bzw. 53% ein. Dadurch würde die Halbleitersparte von Samsung auf Jahresbasis erstmals seit der Finanzkrise in die roten Zahlen rutschen. Daher wird der Hersteller laut der Prognose von Citi Bank seine Kapitalausgaben für Halbleiter um über 10% verringern. Bei einer reduzierten Produktion könnte es im zweiten Halbjahr eine Markterholung geben.

Angesichts der Chipkrise verhandeln die Nand-Speicher-Hersteller Western Digital und die Toshiba-Tochter Kioxia wieder über eine Fusion.