Technologiebranche

Softbank bleibt im „Schneesturm“ stecken

Der Technologieinvestor Softbank Group schreibt wieder schwarze Zahlen. Im Vierteljahr von Oktober bis Ende Dezember erzielten die Japaner einen Gewinn von 29 Mrd. Yen (221 Mill. Euro).

Softbank bleibt im „Schneesturm“ stecken

mf Tokio

Der Technologieinvestor Softbank Group schreibt wieder schwarze Zahlen. Im Vierteljahr von Oktober bis Ende Dezember erzielten die Japaner einen Gewinn von 29 Mrd. Yen (221 Mill. Euro). Im Vorquartal fiel noch ein Fehlbetrag von 397 Mrd. Yen (3 Mrd. Euro) an. Damals hatte Gründer und CEO Masayoshi Son erklärte, sein Unternehmen sei in einen „Schneesturm“ geraten, der sich jedoch bald auflösen werde. Nur drei Monate später musste sich der 64-Jährige korrigieren. „Tatsächlich hat der Sturm in den USA und anderen Ländern an Stärke zugenommen“, räumte er ein.

Geplatzter Deal

Der Hauptanlass für sein Geständnis: Der britische Chipdesigner ARM, zu 100% im Besitz von Softbank, darf wegen des Widerstandes mehrerer Kartellbehörden nicht mit dem US-Chiphersteller Nvidia fusionieren, sondern wird stattdessen an die Börse gehen. Daraus ergeben sich für Son voraussichtlich finanzielle Nachteile: In der Bilanz von Softbank steht ARM mit 2,75 Bill. Yen (21 Mrd. Euro), aber der geplante Verkauf hätte allein 50 Mrd. Dollar an Nvidia-Anteilen eingebracht. Im Vergleich dazu könnte sich ein Börsengang als weniger lukrativ erweisen. Immerhin wird Softbank im laufenden Quartal einen Sonderertrag von 1,25 Mrd. Dollar verbuchen, die auch bei einem Scheitern des Deals fließen.

Son hatte noch einen zweiten Grund für seine Wetterwarnung: Der Börsenwert seiner größten Beteiligung, die knapp 25% an der chinesischen Alibaba Group, ist im vergangenen Jahr um 56% geschrumpft, weil die chinesische Regierung dem E-Commerce-Giganten die Daumenschrauben angelegt hat. In ähnlichem Ausmaß fiel der Aktienkurs von Softbank seit dem Rekordhoch im Februar 2021. Bei der Vorlage der Zahlen bezeichnete der Softbank-Chef den Kursrückgang von Alibaba als „schwerste Belastung“ im Schlussquartal 2021.

Im Prinzip könnte Son damit leben. Aber Presseberichten zufolge hat Softbank die Alibaba-Papiere zumindest teilweise als Sicherheit für Kredite verwendet. Durch den Wertverfall der Anteile könnte sich Son gezwungen sehen, sein größtes und erfolgreichstes Investment ausgerechnet in einem Marktabschwung weiter zu versilbern. Darauf deutet jedenfalls die Notierung von zusätzlich einer Milliarde Alibaba-Papieren an der New Yorker Börse hin, die mutmaßlich zu Softbank gehören.

Zudem leidet Sons Portfolio von Tech-Start-ups an zwei Negativtrends: Zum einen schrumpfen wegen der steigenden Zinsen in den USA die Bewertungen von Tech-Firmen. Zum anderen mindert die Pekinger Regulierung den Wert der Softbank-Anteile an chinesischen Tech-Start-ups.

Der Nettowert aller Beteiligungen, den Son als vorrangigen Erfolgsmaßstab benutzt, schrumpfte binnen drei Monaten von 187 Mrd. Dollar auf 168 Mrd. Dollar am Jahresende, obwohl erfolgreiche Börsengänge wie Sensetime – ein chinesisches Unternehmen für künstliche Intelligenz – die Wertverluste anderer Beteiligungen schon abmilderten.

Zaghafter Rückkauf

Der Anfang November beschlossene Rückkauf von bis zu 250 Millionen Anteilscheinen für bis zu 1 Bill. Yen (7,6 Mrd. Euro) innerhalb eines Jahres hat den Aktienkurs von Softbank nicht nachhaltig stabilisieren können. Kein Wunder: Bis Ende Januar hatten die Japaner erst 28 Millionen Papiere für 157 Mrd. Yen (1,2 Mrd. Euro) erworben.

Softbank Group
Konzernzahlen nach IFRS
9 Monate
in Mrd. Yen20212020
Umsatz45814138
Bruttoergebnis24772168
Vorsteuerergebnis12353362
Nettoergebnis3933055
Ergebnis Softbank Vision Fund 1 + 2         – 768        2729
Börsen-Zeitung