Sunrise kontert Freenet-Kritik an geplanter UPC-Übernahme

Breitband für Schweizer Internetversorgung wichtig

Sunrise kontert Freenet-Kritik an geplanter UPC-Übernahme

scd Frankfurt – Der Mobilfunkanbieter Sunrise hat die geplante Übernahme des Breitbandanbieters UPC Switzerland gegen Kritik des Großaktionärs Freenet verteidigt. So sei etwa die Annahme, der Mobilfunk der 5. Generation mache Breitbandanschlüsse für die Internetversorgung der Schweiz obsolet, eine Fehleinschätzung, erklärt das Unternehmen auf seiner Website. So seien Kabelnetze robuster und weniger limitierend als Mobilfunknetze, wenn es beispielsweise um große Datentransfers gehe, wie beim Streaming von Videospielen oder Filmen. Zudem gelten gerade in der Schweiz sehr strenge Vorschriften für Mobilfunkemissionen. Das habe zur Folge, dass gerade in urbanen Gegenden sehr viele neue Funktürme gebaut werden müssten, was ökonomisch gerade im Vergleich zum kabelbasierten Breitbandnetz sehr unattraktiv sei. Insofern werde nur eine Kombination aus Breitband- und Mobilfunkverbindungen die Kommunikationsbedürfnisse in der Schweiz abdecken können, folgert Sunrise.Dem Vorwurf, der Preis sei zu hoch, setzt Sunrise entgegen, dass das Multiple eines knapp achtfachen Ebitda geringer ausfalle als bei vergleichbaren Transaktionen, und verweist auf zwei Fairness Opinions, die den Preis unterstützt hätten. Zudem verteidigte das Unternehmen die nun um 3 Mrd. sfr höher erwarteten Synergien. Diese seien bei der detaillierten Integrationsplanung in den vergangenen Monaten entdeckt worden. Auch habe das zuletzt bessere Abschneiden von UPC zu einer Anhebung des Synergiepotenzials geführt. Disharmonie um SynergieDem Vorwurf der ungünstigen Allokation der Synergien entgegnet Sunrise, dass die eigenen Aktionäre 60 % der erwarteten Synergien erhielten, während die veräußernde Liberty Global nur 40 % erhalte. Allerdings fußt diese Argumentation natürlich darauf, dass die Synergien – anders als von Freenet behauptet – in ihrer Höhe realistisch erreichbar sind. Daran dürften sich auch weiterhin die Geister scheiden. Insbesondere da Liberty Global ihren Anteil an den Synergien in der reinen Bartransaktion sofort einstreichen wird, während Sunrise diese in den folgenden Jahren erst abschöpfen muss.Die Kritik daran, dass man sich für eine reine Bartransaktion entschieden habe, wird damit gekontert, dass Freenet-Vertreter im Verwaltungsrat von Beginn an in die Diskussionen eingeschaltet waren und zunächst kein Problem mit dem Deal gehabt hätten. Auch der Kritik, es werde Wert von den Sunrise-Aktionären zu den UPC-Anleihegläubigern transferiert, widerspricht Sunrise. Vielmehr erhalte Sunrise eine attraktive, langfristige Kapitalstruktur und senke die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten von 3,6 auf 3,2 %.