Toyota macht Subaru zur neuen Tochter

Konzern stockt Beteiligung auf - Japanische Gruppe liegt im Weltabsatz wieder vor Volkswagen

Toyota macht Subaru zur neuen Tochter

mf Tokio – Japans Marktführer Toyota erhöht seine Beteiligung an Subaru, dem siebtgrößten japanischen Autobauer nach Umsatz, auf 20 % der Stimmrechte und bilanziert den Fahrzeughersteller künftig als verbundenes Unternehmen. De facto erhält die Toyota-Gruppe aus Toyota, Daihatsu und Hino ein neues Mitglied. Dadurch dürfe der Jahresgewinn der Gruppe – gemessen an Subarus letzter Bilanz – um rund 50 Mrd. Yen (423 Mill. Euro) zunehmen.Die Aufstockung der Beteiligung von zuletzt 16,8 % um 3,2 Punkte kostet Toyota kalkuliert nach dem Börsenschlusskurs vom Freitag rund 75 Mrd. Yen (636 Mill. Euro). Im Gegenzug erwirbt Subaru für bis zu 80 Mrd. Yen Toyota-Aktien. Das entspräche einem Anteil von 0,3 %. Offenbar ist die Kapitalverschränkung so angelegt, dass sie für die Partner unterm Strich neutral ausgeht.Im August hatte Toyota bereits 5 % von Suzuki erworben, zudem besitzt das Unternehmen 5,1 % von Mazda. Damit wird die Vision von Toyota-Chef Akio Toyoda immer deutlicher: Der japanische Marktführer holt diejenigen Hersteller in Japan in sein Boot, die den kommenden Technologiewandel der Autoindustrie alleine nicht überstehen könnten.Toyota und Subaru wollen ihre bestehende Kooperation wegen des Aufkommens von vernetzten, autonomen, geteilten und elektrischen Fahrzeugen erweitern. Toyota erhält Zugang zum Know-how des Gelände- und Sportwagenspezialisten in den Bereichen Allradantrieb und Boxermotoren. Subaru braucht das technologische Wissen von Toyota bei Hybrid- und Elektromotoren. Die Kooperation senkt die Entwicklungskosten für den Wechsel zu elektrifizierten Fahrzeugen. Gemeinsames ElektroautoToyota beteiligte sich zuerst 2005 an Subaru, die früher als Fuji Heavy Industries firmierten. Damals wurden Anteile von General Motors übernommen. Zunächst fertigte Subaru mehrere Modelle für Toyota. Zudem entwickelten die Japaner einen kleinen Sportwagen zusammen, der 2012 auf den Markt kam. Den Nachfolger des Toyota GT86 und Subaru BRZ will man auf der Tokyo Motor Show im November zeigen. Zuletzt vereinbarten die beiden Hersteller, ein gemeinsames Elektroauto auf einer neuen Plattform zu entwickeln und zu bauen.Inklusive des Subaru-Absatzes von 1 Million Stück käme Toyota auf einen Jahresabsatz von 11,6 Millionen Fahrzeugen und spränge zurück an die Spitze der Autobauerliga. Allerdings könnte dies der japanischen Gruppe in diesem Jahr womöglich schon ohne Subaru gelingen. Zwischen Januar und August verkaufte Toyota 7,133 Millionen Autos, die bisher führende Volkswagen-Gruppe inklusive Nutzfahrzeugen nur 7,101 Millionen Autos. – Wertberichtigt Seite 6