M&A in der Pharmabranche

AstraZeneca auf Shopping-Tour

AstraZeneca zahlt bis zu 2,4 Mrd. Dollar für die Biotech-Firma Fusion Pharmaceuticals. Erst vor wenigen Tagen erwarb der Konzern die auf seltene Erkrankungen spezialisierte Amolyt Pharma.

AstraZeneca auf Shopping-Tour

AstraZeneca zahlt für Biotechfirma
bis zu 2,4 Mrd. Dollar

Übernahme wenige Tage nach Erwerb von Amolyt Pharma

hip London

AstraZeneca wird das Biotechunternehmen Fusion Pharmaceuticals für bis zu 2,4 Mrd. Dollar übernehmen. Wenige Tage zuvor hatte sich das britisch-schwedische Branchenschwergewicht bereits für 1,1 Mrd. Dollar die auf seltene Erkrankungen spezialisierte Amolyt Pharma gesichert. Wie die FTSE-100-Gesellschaft mitteilte, erhalten die Anteilseigner von Fusion 21 Dollar in bar je Aktie. Hinzu kommen weitere 3 Dollar bei Erreichen eines bestimmten regulatorischen Meilensteins. Das entspreche einer Prämie von 126% auf den Schlusskurs vom Montag.

Wachstumstreiber Onkologie

„AstraZeneca ist ganz klar optimistisch, was den künftigen Umsatz angeht, den Fusion dem Unternehmen bringen wird, weil sich die Firma auf Krebsmedikamente konzentriert, die sich in der klinischen Erprobung befinden“, sagte Susannah Streeter, Head of Money & Markets bei Hargreaves Lansdown. Das Onkologiegeschäft liefert bereits ein Drittel des Umsatzes von AstraZeneca und zählt zu den wichtigsten Wachstumstreibern. „Aber die Produktentwicklung kann sehr teuer sein, was die Forschung und das Marketing angeht,“ erklärte Streeter. „Deshalb plant das Unternehmen Wachstum durch Akquisitionen, um mögliche Gewinnbelastungen durch einen alleinigen Fokus auf die interne langfristige Entwicklung von Präparaten zu vermeiden.“

Präparat gegen Prostatakrebs

Fusion arbeitet an sogenannten Radiokonjugaten der nächsten Generation, die ein radioaktives Isotop mit Hilfe von Molekülen wie Antikörpern oder Peptiden direkt zu den Krebszellen bringen sollen. Das würde im Vergleich zur traditionellen Chemo- oder Strahlentherapie die Schädigung gesunder Zellen minimieren. Zudem hätte man auf diese Weise Zugang zu Tumoren, die mit Hilfe einer externen Strahlungsquelle nicht erreicht werden können. Das Präparat FPI-2265 von Fusion könnte für die Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt werden.

Unterfunktion der Nebenschilddrüsen im Fokus

Für Amolyt Pharma zahlt AstraZeneca 1,05 Mrd. Dollar. Ein Medikament gegen Hypoparathyreodismus, eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen, befindet sich in Phase 3 der klinischen Erprobung.

Die Krankheit kann lebensverändernde Folgen haben und ist mit 115.000 Patienten in den Vereinigten Staaten und 107.000 in der EU eine der verbreitetsten seltenen Erkrankungen. Vier Fünftel der Betroffenen sind Frauen.

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