Commonwealth Fusion Systems

US-Hoffnungsträger in der Fusionsenergie lockt noch mehr Investoren

Commonwealth Fusion Systems gilt als das größte private Fusionsunternehmen der Welt. Nun hat die 2018 aus dem Massachusetts Institute of Technology heraus gegründete Firma 863 Mill. Dollar eingesammelt. Anfang der 2030er Jahre soll das erste kommerzielle Kraftwerk stehen.

US-Hoffnungsträger in der Fusionsenergie lockt noch mehr Investoren

US-Hoffnungsträger für Fusionsenergie schwimmt im Geld

Commonwealth Fusion Systems erhält von Investoren und Banken insgesamt 863 Mill. Dollar – Stromliefervertrag mit Google

kro Frankfurt

Commonwealth Fusion Systems gilt als das größte private Fusionsunternehmen der Welt. Nun hat die 2018 aus dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) heraus gegründete Firma 863 Mill. Dollar eingesammelt – und kommt damit auf eine Gesamtfinanzierung von fast 3 Mrd. Dollar. Anfang der 2030er Jahre soll das erste kommerzielle Kraftwerk stehen und den Suchmaschinengiganten Google mit Strom beliefern.

Das US-Kernfusions-Startup Commonwealth Fusion Systems (CFS) baut den finanziellen Abstand zur Konkurrenz weiter aus. Das 2018 als Spin-off des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) entstandene Unternehmen hat in einer Finanzierungsrunde 863 Mill. Dollar eingesammelt und kommt damit auf ein Gesamtfunding von fast 3 Mrd. Dollar, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Liste der neuen Investoren ist lang und umfasst sowohl Wagniskapitalgeber, als auch Einzelinvestoren, Private Equity-Gesellschaften, Staatsfonds, Industriekonzerne, Banken, Hedgefonds und Pensionsfonds.

Kernfusion gilt als großer Hoffnungsträger im Bereich der künftigen, CO2-freien Stromerzeugung. Mit der Technologie soll ein in der Sonne und anderen Sternen stattfindender physikalischer Prozess auf der Erde nachgeahmt werden. Dabei wird durch die Verschmelzung von Atomkernen unter hohem Druck und unter hohen Temperaturen Energie freigesetzt. In der Theorie könnte dies künftig eine nahezu unerschöpfliche und grundlastfähige (also ohne Unterbrechungen laufende) Energiequelle darstellen. Auch wenn die Technologie bislang noch nicht über das Forschungsstadium hinausgekommen ist, haben Investoren und Staaten in den vergangenen Jahren immer mehr Geld in die Branche gepumpt.

Nvidia, Mitsubishi, Eni und Equinor haben investiert

Laut dem US-Fusionsenergie-Verband Fusion Industry Association (FIA) ist Commonwealth Fusion Systems derzeit das weltweit größte private Fusionsenergie-Unternehmen und eines von drei Firmen, die mehr als 1 Mrd. Dollar eingesammelt haben. Schon vor dem jüngsten Deal kam CFS auf eine große Anzahl an Geldgebern aus aller Welt. Dazu zählen unter anderem die von Bill Gates gegründete Breakthrough Energy Ventures, die US-Finanzinvestoren Tiger Global und Coatue, Singapurs Staatsfonds Temasek, Google, der italienische Ölkonzern Eni sowie der schwedische Ölkonzern Equinor. Nun sind neben weiteren Finanz- und Einzelinvestoren unter anderem noch Nvidia und Mitsubishi eingestiegen.

Der CEO von Commonwealth Fusion Systems, Bob Mumgaard, spricht im Januar 2025 auf der Münchener Digitalkonferenz DLD. Der Plasmaphysiker und Kerntechniker hat das Unternehmen 2018 zusammen mit damaligen Kommilitonen aus dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) heraus gegründet.
Quelle: picture alliance / | Sebastian Gabriel/picture alliance for DLD/Hubert Burda Media

CEO und Mitgründer des Unternehmens ist der Plasmaphysiker und Kerntechniker Bob Mumgaard. Mit seinem Startup setzt er auf den sogenannten Tokamak als Reaktortypen und damit auf die Magnetfusion, bei der heißes Plasma magnetisch eingeschlossen wird. Der andere, weniger erforschte Ansatz nennt sich laserbasierte Trägheitsfusion, wobei eine Fusionsreaktion durch den Beschuss von Brennstoffkügelchen mit Laserstrahlen ausgelöst werden soll.

Commonwealth Fusion Systems arbeitet derzeit an seiner Demonstrationsanlage mit dem Namen „Sparc“. Diese soll schon im Jahr 2027 beweisen, dass es möglich ist, durch Kernfusion mehr Energie zu erzeugen als der Prozess selbst verschlingt. Parallel dazu arbeitet CFS an den Plänen für ein weltweit erstes kommerzielles Kraftwerk namens „Arc“, das in den frühen 2030er Jahren in Virginia ans Netz gehen soll. Die Hälfte des dann mit dem Reaktor produzierten Stroms – 200 Megawatt – hat sich der Suchmaschinenbetreiber Google erst Ende Juni per Stromliefervertrag gesichert. Die Tech-Branche setzt unter anderem für den Betrieb stromintensiver Rechenzentren auch auf die Fusionstechnologie. So hat Microsoft bereits vor zwei Jahren einen Stromliefervertrag mit dem CFS-Konkurrenten Helion Energy geschlossen.