WERTBERICHTIGT

Von null auf Supercomputer

Börsen-Zeitung, 12.1.2018 Einmal schneller sein als die Chinesen: Was den EU-Vertretern in Brüssel angesichts langer Entscheidungswege selten vergönnt ist, soll ab 2023 ein Netzwerk aus Supercomputern richten. Die stolze Summe von 1 Mrd. Euro -...

Von null auf Supercomputer

Einmal schneller sein als die Chinesen: Was den EU-Vertretern in Brüssel angesichts langer Entscheidungswege selten vergönnt ist, soll ab 2023 ein Netzwerk aus Supercomputern richten. Die stolze Summe von 1 Mrd. Euro – hälftig getragen von der EU und den Nationalstaaten – soll das Gerät kosten. Die Investition scheint bitter nötig. In der Liste der schnellsten Supercomputer rangiert die EU unter ferner liefen. Vorne zu finden sind neben China vor allem die USA und die Schweiz. Trotz der immensen Investition wird der Aufstieg von null auf Supercomputer kaum von Dauer sein. Technik veraltet eben rasant: Ein Samsung Galaxy S6, das 2015 für 699 Euro in den Handel kam, kostet derzeit 299 Euro. Supercomputer werden zwar weit weniger rege gehandelt. So gut wie nie wechselt ein lagerhallenfüllender PC den Besitzer. Doch Wertverlust droht auch hier. Sunway Taihu Light, der schnellste Rechner der Welt, kostete im Juni 2016 umgerechnet 244 Mill. Euro. Sein Vorgänger Tianhe-2 kostete drei Jahre zuvor noch gut 300 Mill. Euro – bei einem Drittel der Rechenleistung.scd