Vorerst keine Konsolidierung in Italiens Telekom-Markt
Konsolidierung in Italiens Telekom-Markt stockt
Ende der Gespräche mit Iliad schickt TIM-Kurs auf Talfahrt
bl Mailand
Nach dem Ende der Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluss der französischen Iliad mit Telecom Italia (TIM) ist der Aktienkurs der Italiener eingebrochen. Binnen zwei Tagen gab die Notierung um mehr als 10% nach. Anlass für den Kursrutsch waren Bemerkungen von Iliad-CEO Thomas Reynaud, dass es seit Anfang April keine Gespräche mehr gebe und sie auch nicht mehr wieder aufgenommen würden.
Iliad hatte im Februar Interesse über einen Zusammenschluss mit Telecom Italia bekundet. Grund dafür war der seit Jahren mörderische Wettbewerb vor allem im Mobilfunkmarkt. Beobachter sind sich einig, dass mit vier Hauptwettbewerbern auskömmliche Margen nicht möglich sind.
Im Gespräch war eine Beteiligung von Iliad an Telecom Italia von bis zu 35%. Die Franzosen strebten angeblich außerdem die operative Führung an. Offen blieb, ob sich der Zusammenschluss allein auf die Consumer-Sparte von TIM beziehen sollte.
Veränderte Rahmenbedingungen
Doch die Rahmenbedingungen haben sich seit dem Frühjahr massiv verändert: Die mehrheitlich staatliche italienische Post hat die TIM-Anteile der staatlichen Förderbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) von 10% und einen 15-prozentigen Anteil der französischen Vivendi übernommen und ist nun mit 25% größter Aktionär von Telecom Italia.
Iliad, das das Netz von Wind Tre nutzt, will sich offenbar zunächst auf Frankreich konzentrieren. Iliad hat den Umsatz in Italien im ersten Halbjahr um 9,2% auf 603 Mill. Euro gesteigert, liegt aber im Mobilfunkmarkt mit einem Marktanteil von 10,9% hinter Fastweb-Vodafone (30%), TIM (26,6%) und Wind Tre (23,8%) nur auf Platz vier.