Insolvenzgefahr

Zahl finanzschwacher Unternehmen steigt von hohem Niveau aus weiter

Die Zahl der finanzschwachen Unternehmen in Deutschland nimmt weiter zu. Die Auskunftei Crif sieht in einer aktuellen Erhebung für jeden zehnten analysierten Betrieb ein erhöhtes Insolvenzrisiko.

Zahl finanzschwacher Unternehmen steigt von hohem Niveau aus weiter

Zahl finanzschwacher Unternehmen nimmt zu

Auskunftei Crif: Mehr Betriebe sind insolvenzgefährdet

sar Frankfurt

Mehr als 300.000 Unternehmen in Deutschland werden mit finanziellen Problemen in das Jahr 2024 starten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung des Informationsdienstleisters Crif zur Zahlungsfähigkeit und Überschuldung von Firmen in Deutschland. Für die Analyse wurden Informationen zur Finanzlage wie Bilanzen, Umsatzzahlen und Zahlungserfahrungen von mehr als drei Millionen Unternehmen ausgewertet.

Damit sind 10% der untersuchten Firmen finanziell so angeschlagen, dass sie laut Crif als insolvenzgefährdet gelten. Die betroffenen Unternehmen haben einen Bonitätsindex zwischen 4,5 und 6,0, der ein überdurchschnittlich hohes Zahlungsausfallrisiko signalisiert.

Im Vergleich zur Vorjahreszeit ist die Zahl der bonitätsschwachen Unternehmen per Ende November um 1,4% gestiegen. Die Firmeninsolvenzen aus dem Jahr 2023 zählen dabei nicht zu den aktuell insolvenzgefährdeten Unternehmen. "Die Anzahl der finanzschwachen Unternehmen hat auf einem hohen Niveau noch einmal zugelegt", sagt Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein.

Die Unternehmen stünden aufgrund von hohen Energiekosten, Lieferkettenproblemen und anhaltender Inflation vor Herausforderungen. Die finanzielle Lage vieler Unternehmen werde zudem durch gestiegene Produktionskosten, höhere Personalausgaben und hohe Zinsen negativ beeinflusst.

Insolvenzen noch unter Mehrjahresdurchschnitt

Für 2023 prognostiziert Crif 17.900 Firmeninsolvenzen; das entspricht einem Anstieg von 22,8% im Vergleich zur Vorjahreszeit. Die Prognose für das Gesamtjahr 2024 lautet auf bis zu 20.000 Firmeninsolvenzen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt seit 1999 beträgt knapp 26.200 jährliche Insolvenzfälle, im bisherigen Rekordjahr 2003 lag die Zahl bei 39.320 Firmenpleiten.

Der Auskunftei zufolge gibt es typische Verhaltensmuster, die auf eine prekäre Situation bei Unternehmen hinweisen können. Dazu zählten etwa eine schlechte Zahlungsmoral, ein verändertes Bestellverhalten oder häufige Änderungen in der Geschäftsführung, bei den Bankverbindungen oder der Firmierung. Auch wenn Zahlungen durch ungerechtfertigte Mängelrügen hinausgezögert oder häufig Rechnungskopien angefordert würden, sei Vorsicht geboten.

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