Zweifel an Softbanks Vision Fund

Gesamtvolumen von 108 Mrd. Dollar - Mitarbeiter sollen einen Teil finanzieren

Zweifel an Softbanks Vision Fund

mf Tokio – Am Finanzmarkt wachsen die Zweifel am zweiten Softbank Vision Fund, den Unternehmenschef Masayoshi Son am 26. Juli angekündigt hatte. Nach Medienberichten bietet der japanische Telekommunikations- und Medienkonzern den 400 Mitarbeitern des Fonds an, für bis zu 20 Mrd. Dollar eigene Anteile auf Kredit zu einem Zinssatz von 5 %, ohne viel Eigenkapital zu erwerben. Bis zu 15 Mrd. Dollar davon sollen über Softbank-CEO Son selbst laufen. Das Angebot sieht für viele Beobachter so aus, als ob Softbank Schwierigkeiten hätte, genug Geld für den zweiten Vision Fund einzusammeln.Würde dieser unbestätigte Plan umgesetzt, hielten Softbank und die Fonds-Mitarbeiter rund 54 % des geplanten Anlagevolumens von 108 Mrd. Dollar, die Gruppe selbst will nämlich 38 Mrd. Dollar beisteuern. Weder der in London angesiedelte Vision-Fund-Verwalter noch die Softbank Group selbst äußerten sich zu den Berichten.Gemäß dem Wall Street Journal hätten die Fondsmitarbeiter bereits beim ersten Vision Fund insgesamt 8 Mrd. Dollar aufgebracht. Doch mit einem Anteil von rund 60 % waren die Staatsfonds von Saudi-Arabien und Abu Dhabi die größten Investoren. Beim zweiten Fonds fehlen bisher solche Ankerinvestoren. Son hofft laut Insidern erneut auf viel Kapital aus Saudi-Arabien; derzeit werde noch verhandelt. Viel Getöse um große Namen Vor knapp vier Wochen nannte Softbank die drei japanischen Finanzgruppen MUFG, SMFG und Mizuho, den Lebensversicherer Dai-ichi Life und die Broker SMBC Nikko und Daiwa sowie Apple, Microsoft und Foxconn Technology als Investoren. Aber ihre unverbindlichen Zusagen bezifferte der japanische Technologieriese nicht. Der Staatsfonds von Kasachstan will angeblich 3 Mrd. Dollar einzahlen.Die Beteiligung der Mitarbeiter an ihrem eigenen Fonds erscheint ungewöhnlich konstruiert. Angeblich können sie nur Aktienanteile kaufen, während Großinvestoren Vorzugsaktien mit einer garantierten Rendite erhalten. Beim ersten Fonds beträgt sie 7 % jährlich. Üblicherweise erhalten Fonds-Mitarbeiter einen Bonus für das Abschneiden ihrer Anlagen, ohne sich am Risiko direkt zu beteiligen.Die Rolle von Softbank-Gründer und -Chef Son wirkt ebenfalls fragwürdig. Einerseits hält er knapp 22 % der Softbank-Anteile für aktuell 19,3 Mrd. Euro, andererseits will er sich angeblich auf Kredit an dem zweiten Vision Fund beteiligen. Bei dieser Summe dürfte die Bank von Son seine Softbank-Anteile als Sicherheit verlangen. Das dürfte den Aktionären der Gruppe wenig gefallen, da im Krisenfall Zwangsverkäufe der Aktien drohen.