Altersvorsorge für RBS-Chef im Visier
hip London – Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat derzeit mit zwei Reizthemen zu kämpfen. Was die immer noch mehrheitlich im Staatsbesitz befindliche Bank zur Altersvorsorge von Chief Executive Ross McEwan beisteuert, liegt weit jenseits der vom Fondsverband Investment Association (IA) und vom Corporate Governance Code empfohlenen Werte. Zudem sind sogenannte Lobo-Kredite (Lender Option, Buyer Option) an Kommunen in den Fokus der Medien gerückt. Dabei handelt es sich um Kredite, die sich zu Beginn des Jahrtausends großer Beliebtheit erfreuten, weil sie anfangs nur einen niedrigen Zins kosten. Allerdings verschafften sie den Instituten, die sie vergaben, die Option (Lender Option), den Zins zu bestimmten Zeitpunkten, die über die Laufzeit verteilt waren, anzuheben. Die Kreditnehmer hatten wiederum die Option, solche Optionen zurückzuweisen. Dafür hätte aber der noch ausstehende Restbetrag restlos getilgt werden müssen. Wie der “Guardian” berichtet, stehen noch Kredite im Volumen von 1 Mrd. Pfund aus. Die Bank wolle das bestehende Portfolio bis Ende des Jahres abwickeln. Den Kommunen werde die Möglichkeit zur vorzeitigen Rückzahlung geboten, oft mit einem Abschlag als zusätzlichem Anreiz. Wie das Blatt unter Berufung auf Gegner solcher Kredite schreibt, könnten die britischen Steuerzahler in den kommenden 40 Jahren bis zu 16 Mrd. Pfund sparen, wenn alle Kredite dieser Art gekündigt würden.Die IA hatte Unternehmen empfohlen, nicht mehr als 25 % des Gehalts zur Altersvorsorge des Führungspersonals beizusteuern, und hat angekündigt, auf den kommenden Hauptversammlungen gegen Vergütungsmodelle, die darüber liegen, zu stimmen. Der Corporate Governance Code empfiehlt, dass den Topmanagern nicht mehr für die Altersvorsorge gezahlt werden sollte als der Mehrheit der Beschäftigten. McEwan erhält 350 000 Pfund, was mehr als einem Drittel seines Gehalts entspricht. Damit ist er in der Branche aber nicht allein. Die Chefs von Barclays, Lloyds Banking Group und Standard Chartered bekommen mindestens ein Drittel ihres Gehalts. Rund die Hälfte der FTSE-100-Gesellschaften zahlt mehr als ein Viertel. RBS-Finanzchefin Katie Murray erhält lediglich ein Zehntel.