Kanadischer Vermögensverwalter rückt Blackstone auf die Pelle

Brookfield greift nach der Mehrheit von Oaktree - Mehrheit kostet 4,7 Mrd. Dollar - Angebot in bar oder Aktien

Kanadischer Vermögensverwalter rückt Blackstone auf die Pelle

wb Frankfurt – Die Konzentrationswelle rollt auch unter den alternativen Vermögensverwaltern. So greift die expansive, in Toronto gelistete kanadische Brookfield nach der Mehrheit der amerikanischen Oaktree, die sich wie Apollo vor allem als Investor in Distressed Assets einen Namen gemacht hat. Oaktree ist seit 2012 börsennotiert. Damit rückt Brookfield dem Branchenprimus Blackstone auf die Pelle.Für 62 % der Anteile an Oaktree sollen 4,7 Mrd. Dollar berappt werden. Brookfield und Oaktree aus Los Angeles zusammen werden 475 Mrd. Dollar an verwalteten Vermögen kommen, die jährlich etwa 2,5 Mrd. Dollar an Gebühreneinnahmen abwerfen. Mit Oaktree, die bisher 120 Mrd. Dollar managt, stößt Brookfield in die Regionen von Blackstone vor, die zuletzt 472 Mrd. Dollar gemeldet hatte. Samt Debt käme Blackstone aber nach eigenen Angaben mit 650 Mrd. Dollar an Assets under Management eine ganze Nummer größer. Die Kanadier halten sich bisher schon 350 Mrd. Dollar zugute. Konglomerate sind in Während Finanzinvestoren Unternehmen gerne zur Konzentration aufs Kerngeschäft raten, werden sie selbst immer stärker zu Konglomeraten und setzen auf “On-stop-shopping”. Diesen Weg gehen längst etwa Blackstone, Carlyle oder KKR und in Europa beispielsweise Ardian oder Partners Group. Brookfield ist zuletzt mit einer ganzen Welle von Immobilien-, Infrastruktur- und Finanzdienstleistungsgeschäften aufgefallen, übernimmt aber auch etwa die Batteriesparte von Johnson Controls für 13 Mrd. Dollar – mit einem minimalen eigenen Eigenkapitaleinsatz. Brookfield ist mit diversen gelisteten und nicht börsennotierten Vehikeln am Kapitalmarkt tätig, die in New York, Toronto und an der Euronext notiert sind. Zuletzt wurde mit 15 Mrd. Dollar einer der größten globalen Real-Estate-Fonds mit institutionellem Geld geschlossen; gerade Immobilien sind die stärkste Domäne von Blackstone.”Diese Transaktion ermöglicht es uns, unser Produktangebot um eine der besten Kreditplattformen der Welt zu erweitern, die einen wertorientierten, konträren Anlagestil hat, der mit unserem übereinstimmt”, sagte Brookfield-CEO Bruce Flatt.Gezahlt werden für Oaktree 49 Dollar je A-Aktie in bar oder Brookfield-Aktien; die Prämie liegt bei übersichtlichen 12,4 %. Außerdem legen sich die Kanadier privat gehaltene B-Aktien von Oaktree zu. Brookfield kann in zehn Jahren die volle Kontrolle übernehmen, ist vereinbart. Beide sollen am Markt unabhängig voneinander agieren und die jeweilige Marke und das Management behalten. Der 72-jährige Howard Marks rückt ins Brookfield-Board ein. Oaktree wurde 1995 von Marks, Bruce Karsh und anderen Partners gegründet. Die Amerikaner verfolgen einen opportunistischen Ansatz in Distressed Debt, Private Equity und “Speziellen Situationen”, aber auch in börsennotierten Gesellschaften und Immobilien. Sie haben einen Ruf als Käufer, der mit hohen Abschlägen an kriselnde Assets kommt, auch die Strategie “Loan -to-own” verfolgt und Kreditportfolien handelt. In Deutschland war man etwa in Bavaria Yachtbau investiert oder auch Pflegeheimen. Früher war Oaktree bei der Deutschen Wohnen, Alstria Office, Beluga in Bremen oder auch Ströer und Klöckner Pentaplast an Bord. Perella Weinberg berät jetzt die Zielgesellschaft.Anders als die Oaktree-Aktie, die seit dem IPO enttäuscht, ist Brookfield ein Highflyer, liefert seit 2009 einen Return von jährlich 20 % und schlägt Vergleichsindizes. Zu den jüngsten Investments zählen neben Johnson Controls der US-Mall-Betreiber GGP für 15 Mrd. Dollar und die Immobiliengruppe Forest City für 11,4 Mrd. Dollar. Brookfields Immobilienbesitz umfasst Canary Wharf in London (zusammen mit dem Staatsfonds aus Katar) sowie umstrittenere Transaktionen wie ein Projekt mit der Familie von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.