Immobilienfondsgesellschaft startet durch

Turnaround bei Publikumsfonds angepeilt

Union Investment Real Estate plant Wachstum in Publikumsfonds und institutionellen Kundengeschäften, fokussiert sich auf Portfolio- und Assetmanagement sowie Dachfonds-Dienstleistungen.

Turnaround bei Publikumsfonds angepeilt

Turnaround bei Publikumsfonds avisiert

Union Investment Real Estate verstärkt Geschäft mit institutionellen Kunden

tl Frankfurt

In den kommenden Jahren will Union Investment Real Estate bei den Publikumsfonds wieder wachsen und im Geschäft mit institutionellen Kunden verstärkt wachsen. Das gilt speziell für das Dienstleistungsgeschäft. „Neben dem bereits seit Jahren etablierten Service-KVG Geschäft, das mittlerweile ein Volumen von 12 Mrd. Euro umfasst, wollen wir verstärkt das Portfolio-Management und Assetmanagement für Kunden übernehmen, die ihre Objekte auf der eigenen Bilanz oder bei anderen Kapitalverwaltungsgesellschaften halten“, sagt Karim Esch, Chief Investment Officer in der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate, im Gespräch mit der Börsen-Zeitung.

Die zum genossenschaftlichen Finanzsektor gehörende Gesellschaft will verstärkt im Auftrag der Kunden deren Portfoliomanager monitoren. „Schließlich bieten wir auch Dachfonds-Dienstleistungen für Dritte an.“ Angesichts dieser breiten Aufstellung sieht Esch Union Investment bei Immobilienprodukten als „Vollsortimenter“.

Noch zurückhaltend

Bei den eigenen offenen Immobilienfonds konstatiert Esch bei Privatanlegern etwas höhere Anteilsrückgaben als im langjährigen Durchschnitt. „Trotzdem können wir unsere Liquiditätsquoten um die 15% halten." Das sei auskömmlich. „Nur deshalb sind wir beim Kauf von Immobilien für unsere Fonds auf der Käuferseite noch zurückhaltender, bis wir verlässlich eine Trendumkehr sehen.“

Guter Zugang zu Finanzierungen

Bei der Finanzierung sieht Esch keine Probleme. „Eine Kreditklemme gibt es nicht.“ Angesichts des eigenen Kreditportfolios von 6 bis 7 Mrd. Euro findet Union Investment leicht Zugang zu Banken. Allerdings seien sie selektiver geworden und manche Banken forderten höhere Margen. Das versteht Esch: „Denn das hängt größtenteils mit einer verschärften Regulierung und höheren Eigenkapitalanforderungen zusammen.“ Die eine oder andere Bank ziehe sich zwar aus Teilmärkten zurück. „Aber für ein vernünftiges Produkt stehen Banken weiterhin zur Verfügung“, stellt der Manager fest. Manche Prozesse dauerten inzwischen länger: „Aus sechs bis acht Wochen wie früher können heute schon Mal drei Monate werden.“

Alternative Finanzierer hat Esch zwar im Blick. „Ein eigener Debt Fonds ist für uns kein Thema. Aber Finanzierungskonditionen schauen wir uns schon an.“ Inzwischen seien diese Finanzierer teilweise im Senior oder Stretch Senior Bereich mit großen Geschäftsbanken wettbewerbsfähig. „Immer häufiger geben wir kleinere Einzelfinanzierungen bis 20 oder 30 Mill. Euro regional an genossenschaftliche Geschäftsbanken oder Sparkassen. Wir finanzieren also nicht nur über großen Hypothekenbanken oder bilden Konsortien.“

Artikel Seite 5