Hohe Erwartungen an die Deutsche Bank
24. Juli
Hohe Erwartungen
an die Deutsche Bank
bg Frankfurt
Wenn die Deutsche Bank kommende Woche Donnerstag die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt, richten sich die Blicke vor allem darauf, welche Botschaften Konzernchef Christian Sewing über das Zahlenwerk hinaus sendet. Nach der Vertragsverlängerung bis 2029 erwarten die Investoren von ihm, dass er ein Update zur Strategie liefert und die bestehenden Pläne zur Kapitalauskehr mit Dividenden und Aktienrückkäufen bestätigt.
Für das zweite Halbjahr hat die Deutsche Bank jedenfalls bereits einen weiteren Aktienrückkauf über 750 Mill. Euro beantragt. Und nachdem sie die Dividende für 2024 bereits um die Hälfte auf 0,68 Euro je Anteilsschein erhöht hat, dürfen die Aktionäre für das laufende und die kommenden Jahre auf Ähnliches hoffen. Immerhin hat ihnen das Institut für die Jahre 2021 bis 2025 die Rückgabe von kumuliert 8 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.
Die Aktie ist schon gut gelaufen
Die Aktie läuft so gut, dass ein gewisser Erwartungsdruck herrscht. Die Investoren rechnen mit positiven Nachrichten nach dem guten Verlauf des saisonal starken ersten Quartals. Mit gut 2,8 Mrd. Euro hatte das Institut den höchsten Quartalsgewinn seit 14 Jahren erzielt. Unter dem Strich hatte ein Überschuss von1,8 Mrd. Euro gestanden, ein Plus von 39% gegenüber dem Vorjahr. Für das zweite Quartal prognostizieren die Analysten im Schnitt nun operative Erträge von rund 7,8 Mrd. Euro und einen Vorsteuergewinn von 2,2 Mrd. Euro, wovon unter dem Strich 1,5 Mrd. Euro bleiben. Auf Jahressicht sieht der Analystenkonsens den Nettogewinn bei 6,3 Mrd. Euro. Davon sollte das Gros an die Aktionäre gehen, ist die Kernkapitalquote doch bei 13,8% verankert. Die Kursziele der Analysten reichen von 23,90 Euro bis 28,25 Euro – die Optimisten sitzen bei Goldman Sachs und sehen bei aktuell 25,625 Euro noch Luft nach oben.
Abstufung für die DWS
Aber um das Momentum für die Aktie aufrecht zu erhalten, muss Sewing mit dem Feinschliff seiner Strategie für die kommenden Jahre schon einen Anlass bieten für die Aktienkäufer.
Die Aktie von Konzerntochter DWS hatte zuletzt unter einer Herabstufung gelitten. Die Analysten von Exane BNP Paribas hatte den Titel von „Neutral“ auf „Underperform“ herabgestuft.
Schwieriges Szenario ab 2030
Was das Bild bei der Deutschen Bank perspektivisch eintrüben kann, das sind die sich abzeichnenden Regeln zur Kapitalhinterlegung von risikogewichteten Assets (RWA). Bei voller Umsetzung bis 2033 würden die RWA der Deutschen Bank ein Drittel mehr Kapitalhinterlegung erfordern, was die Kreditvergabefähigkeit bzw. die Ausschüttungsfähigkeit der Bank erheblich beeinträchtigen würde.
Die Deutsche Bank hatte bislang davon profitiert, dass sie in hohem Maße interne Risikomodelle ansetzen durfte. Dies wird sich durch die Einführung des von der Branche bekämpften „Output Floor“ ändern. Die neuen Regeln werden ab 2030 greifen und die Deutsche Bank ist gefordert, die Auswirkung dieser regulatorischen Vorgaben zu begrenzen.