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Fresenius prüft Konzernstruktur

Das Management von Fresenius macht mit Kostensenkungen Tempo und evaluiert das Portfolio. Der Gesundheitskonzern stellt von 2023 an Einsparungen von mindestens 100 Mill. Euro pro Jahr in Aussicht, berechnet als Effekt im Reingewinn nach Anteilen Dritter. Dabei wird ein Personalabbau nicht ausgeschlossen, für Details sei es noch zu früh, sagte CEO Stephan Sturm. Ziel ist zudem die Stärkung der Bilanz über einen „disziplinierten Kapitaleinsatz“.

Größere Akquisitionen seien auch 2022 noch nicht geplant. Neben allen operativen Maßnahmen zur Steigerung der Rentabilität denkt der Vorstand angesichts der schwachen Börsenperformance grundlegend über die Konzernstruktur nach. „Nicht kurzfristig, aber ich glaube, wir müssen uns Gedanken darüber machen, ob wir vom Kapitalmarkt die Wertschätzung erfahren, die wir aus unserer Sicht verdienen“, sagte Sturm. „Deswegen sollten wir ohne jedes Dogma auch an unsere Konzernstruktur herangehen.“ Das tue Fresenius weder mit der Absicht, zwingend etwas zu verändern, noch mit der Absicht, es kurzfristig zu tun. Fresenius müsse gegebenenfalls aber bereit sein, „alternative Wege zu gehen, um unseren Eigentümer eine Wertsteigerung zu verschaffen“. Zwar erfülle Fresenius als allein im Gesundheitsmarkt diversifizierter Konzern nicht die Definition eines Konglomerats und charakterisiere sich selbst auch nicht so. Vom Kapitalmarkt sehe sich Fresenius jedoch „in zunehmendem Maße bestraft, dass wir eine gewisse Komplexität aufweisen“. Die Komplexität habe in den vergangenen Jahren nicht zugenommen.

Die Diversität bietet aus Sicht von Sturm Vorteile, die zum Beispiel gerade die Fremdkapitalgeber schätzten. Gleichwohl dürfe der Konzern die Vorlieben großer institutioneller Anleger nicht ignorieren, wenn es um mehr gehe als nur um „kurzfristige Modeerscheinungen“. Der Plan sei, die Wachstumsstrategie weiter umzusetzen, Ergebnissteigerungen zu erzielen und damit zu einer höheren Profitabilität und einer höheren Bewertung zu kommen. „Wenn sich das wider Erwarten nicht bewahrheitet, müssen wir uns die Frage stellen, ob wir in der aktuellen Struktur richtig aufgestellt sind.“ Auf einen Zeithorizont will sich Sturm dabei nicht festlegen lassen. Ihm „gefalle die Konzernstruktur“, doch es werde „ein Alternativplan entwickelt, wenn der eigene nicht funktioniert“.

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