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Redaktion

KOMMENTAR - DAVOS
Es ist schon ein wenig skurril, wenn ausgerechnet der Präsident des ach so fernen und fremden China und Chef der größten kommunistischen Partei der Welt vor der Weltgeschäftselite in Davos in die Rolle des wichtigsten Hoffnungsträgers in Sachen Globalisierung schlüpfen muss. Xi Jinping hat den Part eines Fürsprechers für eine globalisierte marktwirtschaftliche Ordnung aber sicherlich gerne übernommen.

Chinas Präsident ist als Repräsentant der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft so etwas wie eine neue Orientierungsfigur, da mit Donald Trump der künftige Anführer der größten Wirtschaftsnation einen destruktiven, protektionistischen Kurs einschlägt, der die Weltwirtschaft in große Unsicherheit zu stürzen droht. Xis Auftritt in Davos - der erste eines chinesischen Staatsoberhaupts auf dem berühmten World Economic Forum - wäre sicherlich weniger aufgefallen, wenn eine Hillary Clinton ins US-Präsidentenamt gefunden hätte.

Nun aber tritt in Kürze mit Trump ein US-Präsident an, der sich als erklärter Globalisierungsgegner geriert und die etablierte Freihandelsordnung mit ihren bilateralen und multilateralen Bündnissen auf den Kopf zu stellen verspricht. Damit ergibt sich die Frage, ob so etwas wie ein Vakuum in Sachen "Global Economic Leadership" zu füllen ist und wer dafür in Frage kommen mag.

Um es vorwegzunehmen: Die Zeit ist noch lange nicht reif, um China als Taktgeber für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit in amerikanische Fußstapfen treten zu lassen. Aber eine Annäherung an diese Rolle - mit kleinen Glanzpunkten wie dem Aufbau einer Asiatischen Entwicklungsbank und einer konstruktiven Rolle bei der letztjährigen Präsidentschaft in der G 20 - ist im Gange und sollte gerade auch in Europa als Chance zur Zusammenarbeit begriffen werden.

Im Kontrast zu dem sich jetzt bereits abzeichnenden erratischen Gebaren, das eine US-Regierung unter Trump an den Tag legen dürfte, sollte die gerade auf Ebene der EU oft nicht genügend geschätzte Verlässlichkeit Chinas und ein wachsendes Verantwortungsbewusstsein für weltwirtschaftliche Entwicklungen möglicherweise etwas sichtbarer zum Vorschein treten. Xi hat in Davos ein weiterhin stabiles Wachstum im Reich der Mitte und einen Verzicht auf eine einseitige Abwertung des Yuan versprochen sowie jeglichem Schüren von Handelskriegen eine Absage erteilt. Das ist immerhin ein verbaler Beitrag zur Unsicherheitsreduzierung. Den kann man derzeit gut gebrauchen.


Börsen-Zeitung, 18.01.2017, Autor Norbert Hellmann, Nummer 12, Seite 1, 338 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017012003&titel=Globalisierungsgeist
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