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Redaktion

Die LBBW begleitet Sparkassen bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele - Gerade junge Zielgruppen berücksichtigen diese bei ihren Anlageentscheidungen

Vor weniger als zwei Jahren hat sich die LBBW vier neue strategische Stoßrichtungen gegeben. Eine davon: Nachhaltigkeit im Denken und Handeln der Bank zu verankern, Mitarbeiter auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit mitzunehmen und verstärkt nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anzubieten.

Kein neues Thema

Dabei ist das Thema für die LBBW nicht neu. Sie befasst sich seit den neunziger Jahren intensiv mit betrieblicher Nachhaltigkeit, in den 2000er Jahren kamen verstärkt nachhaltige Angebote im Assetmanagement und Richtlinien für Finanzierungen hinzu. Diese Leitplanken bestimmen unser Handeln schon viele Jahre. Das zeigt sich auch in den positiven Bewertungen der Nachhaltigkeitsratingagenturen von ISS Oekom bis Sustainalytics über viele Jahre.

Gerade hat die Landesbank zum Beispiel bei imug Rating, einem der führenden Research- und Beratungsunternehmen, trotz härterer Ratinganforderungen eine verbesserte Bewertung und erneut die Gesamtnote "positiv" (BB) erhalten. Damit belegt die LBBW innerhalb der S-Finanzgruppe Platz 1 unter 27 bewerteten Instituten. Auch im europaweiten Vergleich schneidet die Landesbank mit Rang 7 von 159 untersuchten Banken sehr gut ab.

Ein anderes Beispiel für erfolgreich gelebte Nachhaltigkeit ist unser Nachhaltigkeitsbericht, mit dem wir seit vielen Jahren auf den vorderen Plätzen bundesweiter Rankings stehen. So bewertet das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung jährlich die Nachhaltigkeitsberichte deutscher Unternehmen. Der aktuelle Bericht erreichte bei diesem Ranking den vierten Platz in der Kategorie Großunternehmen. Damit hat die LBBW den besten Nachhaltigkeitsbericht aller geprüften Banken in Deutschland vorgelegt.

Mit dieser Expertise unterstützten wir Sparkassen in den letzten Jahren bei der Umsetzung des CSR-RUG, dem nationalen Umsetzungsgesetz der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattungsrichtlinie. Mehr als 100 Sparkassen waren hier im letzten Jahr aufgefordert, erstmalig einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen. Auf Veranstaltungen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und der Regionalverbände berichteten wir von unseren Erfahrungen und gaben Einblicke in die Nachhaltigkeitsberichterstattung der LBBW.

Aber auch neue regulatorische Anforderungen fordern verstärkte Bemühungen, bei denen wir Sparkassen und Regionalverbände übrigens schon seit dem ersten Nachhaltigkeitsprojekt des DSGV vor neun Jahren unterstützen. So hat das Pariser Klimaabkommen 2015 die Wahrnehmung der Europäischen Kommission in Bezug auf Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung verstärkt. Im letzten Jahr veröffentlichte die Kommission den Aktionsplan Sustainable Finance, in dessen Zehn-Punkte-Programm verstärkte Anforderungen an das Anlage- und Finanzierungsgeschäft und Eigenanlagenmanagement von Banken gestellt werden. Aktuell arbeitet die Technical Expert Group der EU an der Ausgestaltung dieses Aktionsplans. Klar ist, dass dabei auch Sparkassen und Landesbanken mit erhöhten Anforderungen konfrontiert werden. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird hierzu in diesem Jahr näher Stellung nehmen und ihre Positionen zur nachhaltigen Entwicklung erläutern.

Ehrgeizige Pläne

Unser Ziel ist es, Sparkassen bei diesen Entwicklungen zu begleiten. Die LBBW wird hierzu verstärkt nachhaltige Investitions- und Anlagemöglichkeiten bieten und die Sparkassen als verlässlicher und innovativer Partner bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle unterstützen, um künftig ökologische und soziale Aspekte bei Geschäftsentscheidungen stärker zu berücksichtigen. Gerade junge Zielgruppen orientieren sich an nachhaltigeren Lebensmodellen und berücksichtigen dies auch bei ihren Anlageentscheidungen. Dieser Entwicklung begegnen wir, in dem wir in allen relevanten Produktgruppen nachhaltige Lösungen anbieten, von Fonds über Zertifikate bis hin zur Vermögensverwaltung.

Das FNG überzeugt

Unsere nachhaltigen Schwerpunktfonds konnten mit ihrer Strategie auch das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), deutschlandweite Instanz für nachhaltige Anlagen, überzeugen. Mit zwei Sternen beim FNG-Siegel heben wir uns von den meisten Wettbewerbern positiv ab. Darüber hinaus bieten wir in Kooperation mit ISS Oekom neben unserer Bonitätsanalyse eine Nachhaltigkeitsanalyse für die von unserem Research gecoverten Einzeltitel an. Das versetzt Sparkassenberater in die Lage, eigenen Kunden schnell Auskunft zu geben, ob es aus ökonomischer, aber auch aus Nachhaltigkeitssicht opportun ist, in eine bestimmte Aktie oder Anleihe zu investieren.

Eine starke Position hat sich die LBBW auch am Markt für grüne Anleihen erarbeitet. Nachdem wir bereits zahlreiche grüne Emissionen für unsere Kunden begleitet haben, konnten wir Ende 2017 unseren ersten eigenen Green Bond erfolgreich am Markt platzieren. Er hatte ein Volumen von 750 Mill. Euro und war damit die bisher größte Green-Bond-Emission einer europäischen Geschäftsbank. Mit dem Erlös refinanzieren wir energieeffiziente gewerbliche Immobilien und zukünftig auch Projekte im Bereich erneuerbarer Energien. Des Weiteren wurden in den Eigenanlagen Nachhaltigkeitskriterien eingeführt. Zu den Ausschlusskriterien, die für alle Neuinvestitionen gelten, zählen Kinderarbeit sowie Verstöße von Unternehmen gegen Menschen- und Arbeitsrechte. Auch in diesem Bereich bieten wir Sparkassen ein Nachhaltigkeitsscreening an.

Neben dem Anlage- und Eigengeschäft wird auch im Kreditgeschäft verstärkt auf nachhaltige Aspekte geachtet. Über interne Prüfprozesse wollen wir sicherstellen, dass ökologische, gesellschaftliche oder ethische Reputations- und Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditentscheidungsprozess identifiziert und bewertet werden. Bei internationalen Finanzierungsvorhaben werden Kreditanfragen in den als besonders relevant eingestuften Branchen Holz/Papier, Bergbau, Erdöl/ Erdgas und Bioenergie einer Nachhaltigkeitsprüfung unterzogen.

Im Austausch mit dem DSGV

Darüber hinaus gibt es weitere Richtlinien unter anderem in Bezug zu Kohleförderung, Kohle- und Atomkraft oder Rüstung. Auch hierzu stehen wir im Austausch mit dem DSGV. So wurden mit dem DSGV im Förderkreditgeschäft KfW-Finanzierungsprogramme identifiziert, die in den Nachhaltigkeitsberichten von Sparkassen als nachhaltige Finanzierungen abgebildet werden können. Hierfür haben wir in unserer Funktion als Zentralbank und Durchleitungsinstitut allen Sparkassen individuelle Auswertungen zur Verfügung gestellt, die sie in ihren Nachhaltigkeitsberichten verwenden konnten.

Das Finanzierungsgeschäft ist auch deshalb ein Schwerpunktthema, da die EU-Kommission gerade für energieintensive und stark von fossilen Energieträgern abhängige Branchen Maßnahmen entwickelt, um die damit verbundenen CO2-Ausstöße zu minimieren. Ein weiterer Indikator ist der innerhalb der letzten zwölf Monate um Faktor 4 gestiegene CO2-Preis im europäischen Emissionshandel, der insbesondere CO2-intensive Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt und damit indirekt die begleitenden Banken.

Anforderungen erfüllen

Die globalen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der 17 Sustainable Development Goals der UN sind auch in unserem Haus relevante Handlungsfelder. Ähnlich wie Sparkassen stehen wir in einer Tradition, die insbesondere soziale, aber auch Umweltthemen neben den ökonomischen Anforderungen bei unseren Entscheidungen berücksichtigt. Als öffentlich-rechtliche Institute tragen wir maßgeblich zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Regionen bei. Viele Sparkassen praktizieren das bereits in ihren betrieblichen Abläufen und regionalen Entscheidungen. Die verstärkte Transformation dieser Themen in unsere Produkte und Dienstleistungen ist das Ziel des EU-Aktionsplans Sustainable Finance. Als LBBW sehen wir dies als Chance, unseren satzungsgemäßen Auftrag zeitgemäß zu erfüllen und den gesellschaftlichen Anforderungen unserer Träger gerecht zu werden.

Michael Horn, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBBW Landesbank Baden-Württemberg

Börsen-Zeitung, 16.05.2019, Autor Michael Horn, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der LBBW Landesbank Baden-Württemberg, Nummer 93, Seite B 7, 985 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019093810&titel=Oekologische-und-soziale-Aspekte-staerker-beachten-
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