EMA bleibt bei AstraZeneca-Empfehlung
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Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat eingeräumt, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca und den aufgetretenen Thrombose-Fällen gibt. Die in Amsterdam ansässige Behörde will ihre Empfehlung für das Vakzin aber nicht ändern und empfiehlt die Anwendung weiter uneingeschränkt. Der Nutzen des AstraZeneca-Wirkstoffes sei weiterhin höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die EMA.
Bis zum 4. April sind laut der Behörde in der EU 169 Fälle von seltenen Gehirn-Thrombosen bei 34 Millionen verabreichten Impfdosen gemeldet worden. Die bislang dokumentierten Blutgerinnsel seien vor allem bei unter 60-jährigen Frauen binnen zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten, hieß es. Alter und Geschlecht hätten aber nicht als eindeutige Risikofaktoren identifiziert werden können. Das AstraZeneca-Mittel sei ein wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie, sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Die Blutgerinnsel sollen lediglich als sehr seltene Nebenwirkung in den Beipackzetteln vermerkt werden.
Die EU-Gesundheitsminister kamen unmittelbar nach der EMA-Entscheidung in einer Videokonferenz zu Beratungen zusammen. Aus der Ständigen Impfkommission (Stiko) in Deutschland hieß es in einer ersten Reaktion, die eigene AstraZeneca-Empfehlung werde voraussichtlich nicht geändert. Der EU-Abgeordnete und CDU-Gesundheitspolitiker Peter Liese nannte die EMA-Entscheidung „unbefriedigend“, da immer noch kein klarer Zusammenhang mit bestimmten Risikofaktoren oder dem Alter festgestellt werde. Es sei richtig, insbesondere jungen Frauen einen anderen Impfstoff anzubieten.