Industrie im Euroraum verliert an Schwung
ba Frankfurt – Die Industrie erholt sich schrittweise von dem Einbruch infolge der Corona-Pandemie, die Dynamik lässt allerdings bereits wieder nach. Da sich der Schwungverlust in den drei größten Ländern des Euroraums – Deutschland, Frankreich und Italien – im Juli gleichermaßen zeigt, wird wohl für das gesamte Währungsgebiet ein ähnliches Ergebnis zu konstatieren sein, wenn das Statistikamt Eurostat in der kommenden Woche die neuesten Produktionsdaten veröffentlicht.Frankreichs Industrie steigerte die Fertigung im Juli um 3,8 % im Monatsvergleich. Analysten hatten jedoch ein Plus von 5,0 % erwartet, nachdem der Ausstoß im Juni noch um 14,8 % und im Mai um 22,2 % gesteigert worden war. Im Vergleich zu Februar, dem letzten Monat vor Inkrafttreten der coronabedingten Schutzmaßnahmen, liegt der Output noch um 7,9 % zurück. Im Vergleich zum Juli 2019 liegt die Produktion um 15,3 % niedriger, wie das nationale Statistikamt Insee gestern berichtete.Laut dem italienischen Statistikamt Istat kletterte die Produktion im Juli um 7,4 % im Monatsvergleich. Ökonomen hatten hier lediglich ein Plus von 3,5 % erwartet. Im Mai hatte der Zuwachs noch 8,2 % betragen. Im Jahresvergleich lag das Minus im Juli bei 8,0 % – die Erwartung stand bei einem Rückgang um 9,8 %.Das Statistische Bundesamt hatte am Montag für das deutsche produzierende Gewerbe zwar ebenfalls den dritten Fertigungszuwachs in Folge vermeldet, allerdings wurden die Expertenerwartungen enttäuscht. Nachdem die Fertigung im Mai und Juni um 7,4 % und 9,3 % zugelegt hatte, betrug das Plus im Juli nur mehr 1,2 % (vgl. BZ vom 8. September). Laut Bundeswirtschaftsministerium lag die Produktion damit “zuletzt bei nunmehr fast 90 % ihres Niveaus im vierten Quartal 2019, vor Ausbruch der Corona-Pandemie”. Ökonomen erwarten daher, dass die Erholung weiter voranschreitet, wenn auch in nachlassendem Tempo. Sorge bereitet allerdings die Schwäche im Investitionsgüterbereich.