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Happy End in Hamburg

Lufthansa verkauft nun doch keine Beteiligung an Lufthansa Technik und das ist gut so.

Happy End in Hamburg

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Happy End
in Hamburg

Von Lisa Schmelzer

So was nennt man wohl ein Happy End. Nach monatelangem Ringen bläst die Lufthansa die Investorensuche bei der Wartungstochter Lufthansa Technik ab und bleibt alleiniger Herr im Haus. Die Dinge hätten sich in den vergangenen Monaten verändert, heißt es in dürren Worten zur Erklärung. So was nennt man wohl Understatement. Denn die Aussichten für die Wartungstochter aus Hamburg sind geradezu fulminant.

Die Luftfahrtbranche ächzt aktuell unter Engpässen bei Lieferanten und Dienstleistungen. Verschärft wird die Situation durch immer wiederkehrende Probleme bei diversen Triebwerken, die häufigere und intensivere Wartungsarbeiten nötig machen – was der Lufthansa Technik zusätzliche Umsätze in die Arme treibt. Dazu kommt das seit dem Ukraine-Krieg anziehende militärische Geschäft. Gerade erst hat der Wartungsspezialist sich einem Konsortium von Rheinmetall zur Fertigung und Wartung von Teilen des Lockheed-Kampfjets F-35 angeschlossen.

Die Früchte hängen also tief für den Weltmarktführer aus dem Hause Lufthansa, steigende Ergebnisse und Renditen stehen in Aussicht. Warum soll man da den Erfolg ohne Not mit einem Partner teilen? Den Wachstumskurs finanzieren kann das Unternehmen vermutlich aus dem zu erwartenden Cashflow.

Auch der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass es gut ist, einen verlässlichen Ergebnisbringer im Konzern zu haben. Das Fluggeschäft ist äußerst volatil und stark abhängig von externen Faktoren. Auch in guten Zeiten werden oft nur magere Renditen eingeflogen. Und nun hängen noch die aufziehenden strengeren Umweltauflagen, die zu Milliardenbelastungen führen könnten, wie ein Damoklesschwert über den Fluggesellschaften. Risikostreuung ist da sicher die richtige Strategie, auch wenn Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr immer wieder von einer noch stärkeren Fokussierung auf das reine Fluggeschäft träumt. Anders als die zuletzt losgeschlagenen Cateringaktivitäten, die es bei den Ergebnissen selten über die Nulllinie schafften, sprudeln bei der Wartungstochter verlässlich die Gewinne. Zudem hilft es angesichts der aktuellen Engpässe, wenn man die von Fluglinien weltweit händeringend gesuchten Dienstleistungen im Konzern hat.

Die Wahrheit ist aber auch, dass sich die Lufthansa bei der Investorensuche schwergetan haben dürfte. 20% an Lufthansa Technik standen im Schaufenster, gesucht wurde ein Investor mit tiefen Taschen, der aber auf keinen Fall mitreden sollte. Das hört sich nicht nach einem Deal an, nach dem sich viele Investoren sofort die Finger lecken.

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