Übernahmeofferte

Aareal tritt Forderung nach Verkauf von Aareon entgegen

Die Aareal Bank wendet sich gegen Forderungen nach einer Veräußerung der Tochter Aareon – und macht in einer Stellungnahme ein Vorkaufsrecht von deren Minderheitsaktionär Advent öffentlich.

Aareal tritt Forderung nach Verkauf von Aareon entgegen

bn Frankfurt

 Die Aareal Bank tritt Forderungen des Aktionärsaktivisten Petrus Advisers nach einer Veräußerung der Software-Tochter Aareon entgegen und lässt einen Verkauf in einer Stellungnahme als unrealistisch erscheinen. Unter anderem verweist der Immobilienfinanzierer auf „marktübliche Minderheitenschutzrechte“ für den im August 2020 eingestiegenen Aareon-Aktionär Advent „wie zum Beispiel ein Andienungs- bzw. Vorkaufsrecht im Fall einer vorzeitigen Anteilsveräußerung durch die Gesellschaft“. Eine Abspaltung von Anteilen an Aareon durch die Gesellschaft sei in dem Joint-Venture-Vertragswerk von Aareal Bank und Advent „nicht explizit geregelt“ und wäre daher zu verhandeln, heißt es. Aufgrund des damit verbundenen Vermögensabflusses wäre zudem die Abstimmung mit der Aufsicht er­forderlich.

Ein Konsortium um Advent und Centerbridge bietet für die Aareal Bank und hat sich den Angaben zufolge dazu verpflichtet, nach einem Closing weder eine Veräußerung noch eine Abspaltung von Aareon während einer Vertragslaufzeit von drei Jahren zu verfolgen. Ein Abschluss der Übernahme von Aareal durch die Beteiligungsgesellschaften steht gleichwohl in den Sternen. Denn am Dienstag hat das Konsortium angesichts mauer Resonanz auf seine Offerte die Andienungsfrist einen Tag vor deren Ende um zwei Wochen verlängert und zugleich die Annahmeschwelle von 70% auf 60% reduziert. Advent hält 30% an Aareon.

Advent und Centerbridge bewerten die Aareal Bank mit 1,74 Mrd. oder 29 Euro je Aktie. Gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs in den drei Monaten vor Bekanntwerden der Übernahmepläne entspricht dies einer Prämie von 35%. Petrus hingegen beziffert allein den Wert von Aareon auf 1,7 Mrd. bis 2,3 Mrd. Euro. Auf Xetra schlossen die Aktien der Bank zur Wochenmitte mit 28,20 Euro 2,5% fester.