SREP

ING Deutschland muss weniger Kapital vorhalten

Aus dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) wird ING Deutschland wohl gestärkt hervorgehen. Sie kann im Gegensatz zu anderen Instituten mit Kapitalerleichterungen rechnen.

ING Deutschland muss weniger Kapital vorhalten

Bloomberg/fir Frankfurt

Unicredit drohen informierten Kreisen zufolge im nächsten Jahr höhere Kapitalanforderungen durch die Aufsicht. ING Deutschland hingegen kann mit Kapitalerleichterungen rechnen, wie „Finanz-Szene“ am Dienstag berichtete. Demnach dürfte die aktuell geforderte Kapitalquote von 10,0 % im nächsten Jahr absinken, so dass eine 9 vor dem Komma stehe, heißt es. Die ING wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren. EZB und nationale Aufseher wie die BaFin unternehmen alljährlich im sogenannten aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) Risikoprüfungen der Banken. Der aktuelle SREP dürfte nächste Woche abgeschlossen sein, ist zu vernehmen.

Die Aufsicht will nach Informationen von Bloomberg sicherstellen, dass die Finanzpolster von Unicredit ausreichen, um Risiken aus dem russischen Krieg gegen die Ukraine und einer Konjunktureintrübung abzufedern. Die EZB hat dem Vernehmen nach Unicredit gegenüber angedeutet, dass sie eine Anhebung der Säule-2-Anforderung in Erwägung zieht, die derzeit bei 1,75 % liegt. Veränderungen der Quote erfolgen normalerweise in Schritten von 25 Basispunkten. Säule-2-Anforderungen sind in­dividuelle Kapitalaufschläge durch die EZB, die im Zuge von SREP durch die EZB und nationale Aufseher wie die BaFin zusätzlich zur Mindestkapitalanforderung (Säule 1) erhoben werden können.

Derzeit muss Unicredit über eine CET1-Quote von knapp über 9 % verfügen. Unicredit hat ihr Russland-Geschäft zwar weitgehend abgeschrieben, ist aber immer noch mit 3 Mrd. Euro an grenzüberschreitenden Forderungen in dem Land engagiert.

Unicredit ist nicht die einzige Bank, die sich auf höhere Anforderungen einstellt. Die österreichische RBI, die ebenfalls eine große russische Tochter hat, teilte im November mit, dass sie eine Erhöhung der Säule-2-Anforderung erwarte. Auch BNP Paribas und Deutsche Bank werden wohl Kapitalaufschläge hinnehmen müssen, die ihnen aber wegen ihrer Leveraged-Finance-Geschäfte aufgebürdet werden.

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