Banken

OLB will bei Konsolidierung aktive Rolle spielen

Die Oldenburgische Landesbank will in der erwarteten Konsolidierungswelle im Bankenmarkt eine aktive Rolle spielen. Der künftige Vorstandschef sieht die OLB langfristig eigenständig.

OLB will bei Konsolidierung aktive Rolle spielen

ste Hamburg

Die Oldenburgische Landesbank (OLB) will in der erwarteten Konsolidierungswelle im Bankenmarkt eine aktive Rolle spielen. Der künftige Vorstandsvorsitzende Stefan Barth gab anlässlich der Vorlage von Halbjahreszahlen der Bank das Ziel vor, die OLB „langfristig als eigenständiges Institut“ zu positionieren. Darauf seien sämtliche Maßnahmen abgestellt, „selbst wenn dies zuweilen auch unbequeme Entscheidungen beinhalten kann“.

Ziel Kapitalmarkt

Die Bank, die 2018 und 2019 aus der Zusammenführung der früheren Allianz-Tochter OLB, der Bremer Kreditbank, des Bankhauses Neelmeyer und der Wüstenrot Pfandbriefbank hervorging, arbeitet aktuell daran, kapitalmarktfähig zu werden. In drei Jahren soll das Ziel mit einer Eigenkapitalrendite nach Steuern von bis zu 12% sowie eine Aufwandsquote unter 50% erreicht sein, wie Finanzvorstand Rainer Polster im Interview der Börsen-Zeitung erläutert hatte (vgl. BZ vom 5. Juni). Über einen möglichen Börsengang müssten dann die Eigentümer entscheiden. Anteilseigner der neuen OLB sind Gesellschafter, die mit den angelsächsischen Finanzinvestoren Apollo Global Management und Grovepoint Investment Management sowie dem US-Pensionsfonds TRS (Teacher Retirement System of Texas) in Verbindung stehen.

Für das erste Halbjahr 2021 weist die OLB ein im Vorjahresvergleich auf 65,0 (i.V. 69,3)% gesunkenes Aufwand-Ertrags-Verhältnis sowie eine auf 7,6 (6,3)% gestiegene Ei­genkapitalrendite aus. In den Verbesserungen drückten sich die bisherigen Effekte der Transformation be­reits aus. „Wir wollen unsere Profitabilität weiter erhöhen, unsere Renditeziele möglichst schnell erreichen und damit die Zukunftsfähigkeit der OLB stärken“, betonte Barth, der seit Anfang des Jahres als Chief Risk Officer dem Vorstand angehört und nun durch den Aufsichtsrat zum Nachfolger des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Klein bestimmt wurde. Der ehemalige Postbank-Chef und Bawag-Vorstand verlässt die OLB mit Vertragsablauf am 31. August nach drei Jahren.

Zwei Drittel des Weges bis zur Zielrendite will die Bank mit Effizienzfortschritten gehen, den Rest mit Wachstum. Barth betonte, die OLB  verfüge über ein starkes Fundament im Kundengeschäft und ein herausragendes Kosten- und Risikomanagement. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Bank, die auf mehr als 1 Mrd. Euro Eigenkapital kommt, im operativen Ge­schäft mit einer „stabile(n), im Rah­men der prognostizierten Er­war­tun­gen liegende(n) Entwicklung“.

Bei einem auf 16,1 (Ende 2020: 15,5) Mrd. Euro gestiegenen Kundenkreditvolumen und einem auf 13,1 (13,0) Mrd. Euro erhöhten Einlagenbestand legten die operativen Erträge in den ersten sechs Monaten um 5,4% auf 239 Mill. Euro zu. Treiber waren reduzierte Refinanzierungskosten sowie Zinseinnahmen aus der erneuten Teilnahme am TLTRO-Programm der EZB (längerfristige Refinanzierungsgeschäfte). Zugleich sanken die operativen Kosten infolge eines verringerten Personalbedarfs um 1,2% auf 155 Mill. Euro. Das operative Ergebnis vor Risikovorsorge legte um 14,3% auf gut 81 Mill. Euro zu.

Der in der Prognose des Geschäftsberichts 2020 erwartete deutliche Anstieg der Risikovorsorge blieb in den ersten sechs Monaten aus. Die Nettobelastung aus der Risikovorsorge lag mit 2,8 Mill. Euro unter dem Vorjahreswert von 14,8 Mill. Euro. Bislang sei es nicht notwendig gewesen, die im Jahresabschluss gebildete zusätzliche Risikovorsorge für Folgen der Corona-Pandemie aufzustocken, teilte die OLB nun mit. Auf das Gesamtjahr sei die sehr günstige Entwicklung im ersten Halbjahr jedoch nicht hochzurechnen. Für künftiges Wachstum auch bei normalisierter Risikovorsorge sieht sich die Bank laut Finanzchef Polster in Anbetracht einer harten Kernkapitalquote von 12,7% einschließlich der geplanten Thesaurierung gut gerüstet. Unter dem Strich verbuchte die Bank einen um gut ein Fünftel auf knapp 45 Mill. Euro gestiegenen Halbjahresgewinn.

OLB
Kennzahlen nach HGB
1. Halbjahr
in Mill. Euro20212020
Zinsüberschuss179169
Provisionsüberschuss6057
Operative Erträge239227
Oper. Aufwendungen155157
Kreditrisikovorsorge– 3– 15
Betriebsergebnis 7159
Ergebnis vor Steuern6956
Ergebnis nach Steuern4537
Aufwand-Ertrag-Rel. (%)65,069,3
Bilanzsumme22 80721 475 *
Harte Kernkapitalqu. (%)12,312,2 *
*) zum 31.12.2020Börsen-Zeitung
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