Industriemetalle

UBS erwartet weiter sinkende Zinkpreise

Die UBS rechnet mit weiter sinkenden Zinkpreisen im zweiten Halbjahr, vor allem aufgrund nachlassender Bauaktivität.

UBS erwartet weiter sinkende Zinkpreise

ck Frankfurt

UBS rechnet für das zweite Halbjahr mit weitere sinkenden Zinknotierungen und prognostiziert den an der London Metal Exchange ermittelten Preis im kommenden Jahr mit 2464 Dollar (aktuell rund 3100 Dollar). Im ersten Halbjahr sei die Nachfrage nach dem Metall gemischt ausgefallen. In Europa und den USA habe sie sich gut gehalten, in China sei sie schwach ausgefallen. Allerdings hätten eine eingeschränkte Produktion der Zinkverarbeiter und niedrige Lagerbestände in Europa zu sehr engen Märkten geführt.

Mittelfristig gute Aussichten

Zink zeichne sich durch eine begrenzte Pipeline neuer Bergbauprojekte außerhalb Chinas und das Potenzial anhaltender Einschränkungen bei Zinkhütten aus, was für einen günstigen mittelfristigen Ausblick sorge. Allerdings sei das Metall in erheblichem Umfang einer Verlangsamung beziehungsweise einer Rezession in Europa und den Vereinigten Staaten ausgesetzt. Die Bank geht von einer sich verschlechternden Nachfrage und dem Übergang Chinas hin zum Nettozinkexporteur aus, was ihrer Einschätzung nach den derzeit engen Markt entspannen und zu einer weiteren Preiskorrektur im zweiten Halbjahr führen wird.

Für das zweite Halbjahr rechnet die UBS mit einem erneut gemischten Nachfragebild. In China erwartet sie eine Beschleunigung nach der sehr schwachen Nachfrage des zweiten Quartals, im Rest der Welt eine Verlangsamung nach einer überraschend stabilen Nachfrage in den ersten sechs Monaten. Dem Institut zufolge entfallen 50% der Zinknachfrage auf den Bausektor, rund 20% auf den Transportsektor, vor allem die Automobilbranche, ca. 10% auf Verbraucherprodukte und rund 15% auf den Infrastrukturbereich. Insgesamt sei Zink in erheblichem Umfang einer erwarteten Verlangsamung der Bauaktivität im Rest der Welt im Westen ausgesetzt, während in China eine verhaltene Erholung der Baubranche anstehe. Zudem befürchtet das Institut negative Effekte aus dem Konsumbereich und hält eine starke Erholung der Automobilbranche für unwahrscheinlich. Entscheidend für eine Nachfrageverbesserung seien Infrastruktur in China und Unterstützung seitens des Repower-EU-Plans. Allerdings würden diese die Nachfrage wahrscheinlich 2023 und nicht im zweiten Halbjahr stützen.

Unter den Bergbauaktien mit Zinkaktivitäten empfiehlt das Institut Glencore zum Kauf. Zink sei der drittwichtigste Rohstoff des Unternehmens. Auf das Metall entfielen zwischen 10% und 20% seines Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen).

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