Autozulieferer

Mahle-Interimschef steuert Autozulieferer aus dem Tief

Der Umsatzschub und die Rückkehr in die Gewinnzone können als Bestätigung dafür gewertet werden, dass der 54-jährige Michael Frick mit seinem Spar- und Transformationskurs für den Stuttgarter Autozulieferer richtig liegt.

Mahle-Interimschef steuert Autozulieferer aus dem Tief

sck – Für Michael Frick sind die deutlich verbesserten Halbjahreszahlen von Mahle eine Genugtuung. Der Umsatzschub und die Rückkehr in die Gewinnzone in den ersten sechs Monaten dieses Jahres können als Bestätigung dafür gewertet werden, dass der 54-jährige Diplom-Kaufmann mit seinem Spar- und Transformationskurs für den Stuttgarter Autozulieferer richtig liegt. Wie für viele Wettbewerber ist die Erholung von der Coronakrise aber kein Selbstläufer. Die gestiegenen Einkaufspreise und der anhaltende Chipmangel drücken auf die Marge. Insofern schlüpft der gebürtige Aachener auch mal in die Rolle des Mahners, wenn es darum geht, die Erwartungen nicht allzu sehr in die Höhe zu treiben.

Frick führt den Konzern erst seit fünf Monaten. Ende März musste sein Amtsvorgänger Jörg Stratmann nach nur knapp drei Jahren gehen. Die Folgen der Pandemie kosteten ihn den Job. Frick, seit 2014 Finanzchef von Mahle, übernahm die Funktion des Vorsitzenden der Geschäftsführung zusätzlich – als Interimslösung. Ein Nachfolger soll „zeitnah“ gefunden werden.

Doppelrollen sind eine Belastung. In seiner nicht allzu üppigen Freizeit mag es Frick daher bewegt. Zu seinen Hobbys gehören Skifahren und Reisen mit seinen drei erwachsenen Söhnen. Die Liste seiner Zuständigkeiten in der sechsköpfigen Geschäftsführung ist lang. Frick ist seit Jahren mit der Umstrukturierung des Unternehmens beschäftigt. Die Elektromobilität weist auch für Mahle den Weg. Frick muss ausreichend Mittel bereithalten, um in neue, moderne Komponenten für E-Autos zu investieren. Für den CEO ist die IAA Mobility in München nächste Woche auf diesem Feld eine Leistungsshow. Mahle präsentiert sich dann – wie alle Aussteller – von ihrer Schokoladenseite.

Die Anpassung des Geschäftsmodells hat aber ihre Kehrseite. Einschnitte sind erforderlich, da die Zeit des Verbrenners ausläuft. 2020 verkündete Mahle den Abbau von 7600 Stellen. Das sind rund 10% aller Konzernbeschäftigten. Mahle hat die daraus resultierenden Mehraufwendungen bilanziell verdaut. Für Frick geht derweil die Kärrnerarbeit weiter.