Italien

Enel will mit Verkäufen massiv Schulden abbauen

Der italienische Energieversorger Enel will mit massiven Beteiligungsverkäufen seine Schulden reduzieren und zieht sich aus einer Reihe von Ländern zurück. Die neue Strategie kommt bei Analysten gut an.

Enel will mit Verkäufen massiv Schulden abbauen

bl Mailand

Der italienische Energieversorger Enel will seine Nettoverschuldung von derzeit fast 70 Mrd. Euro durch Verkäufe im Umfang von 21 Mrd. Euro bis Ende 2023 auf 51 bis 52 Mrd. Euro reduzieren. Beim Capital Markets Day in Mailand kündigte CEO Francesco Starace ferner den Rückzug aus Peru, Argentinien und Rumänien an. Aus Russland hatte sich der mit einem Börsenwert von 51,9 Mrd. Euro teuerste italienische Konzern kürzlich zurückgezogen. Enel will künftig außer in Italien nur noch in Spanien, den USA, Chile, Kolumbien und Brasilien präsent sein. In Australien und Griechenland werde man die Geschäfte mit Partnern führen.

Gleichzeitig will Enel 37 Mrd. Euro investieren und bis zum Ende des neuen Strategieplans 2025 rund drei Viertel der gesamten Produktion aus erneuerbaren Energien bestreiten.

„Wir werden uns in den nächsten drei Jahren auf integrierte Geschäftsmodelle, digitales Know-how und Geschäftsbereiche konzentrieren, die trotz des derzeit schwierigen Umfelds einen Mehrwert schaffen können“, sagte Starace. Angesichts steigender Gaspreise und politischer Interventionen rechnet er weiter mit „Turbulenzen“. Trotz eines Anstiegs der Energieerzeugung aus Kohle, den der CEO für „temporär“ hält, soll der Anteil der Kohlekraftwerke von 9% bis 2025 auf 1% reduziert werden.

Die Börse honorierte den neuen Strategieplan, der auch höhere Ergebnisprognosen beinhaltet, mit einem leichten Plus. Das um Sondereffekte bereinigte Brutto-Betriebsergebnis soll von geplanten 19 bis 19,6 (i.V. 19,2) Mrd. Euro bis 2025 auf 22,2 bis 22,8 Mrd. Euro steigen, der bereinigte Nettogewinn von 5,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr auf 7,2 Mrd. Euro 2025. Für dieses Jahr wird wegen eines schwachen Italienergebnisses ein Rückgang auf 5,0 bis 5,3 Mrd. Euro erwartet.

Analysten reagierten positiv auf den neuen Strategieplan. Sowohl UBS als auch RBC bestätigten ihre Kaufempfehlung. Beide begrüßten sowohl den Schuldenabbau als auch die Ergebnisprognose.

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