Konzernstruktur

Fresenius sondiert Entflechtung

Fresenius prüft den Rechtsformwandel der Dialysetochter FMC, um die Konzernstruktur zu vereinfachen.

Fresenius sondiert Entflechtung

swa Frankfurt

Fresenius prüft die Entflechtung des Gesundheitskonzerns. Dabei geht es um eine mögliche Dekonsolidierung der Dialyseeinheit Fresenius Medical Care (FMC), teilt der Vorstand mit. Dies könnte dadurch gelingen, dass FMC in die Rechtsform der Aktiengesellschaft geht. Die Prüfung der Maßnahmen sei noch nicht abgeschlossen, die zuständigen Gremien hätten noch keine Entscheidung getroffen, wird weiter mitgeteilt. Als Erstes hatte die „Wirtschaftswoche“ über die Pläne berichtet.

FMC wird bislang als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) geführt. Diese Konstruktion hatte Fresenius deshalb gewählt, damit sie als Muttergesellschaft auch dann vollen Durchgriff auf das Dialysegeschäft hat, wenn die Beteiligung an FMC unter 50% liegt. Die persönlich haftende Gesellschafterin würde erst dann ihren maßgeblichen Einfluss verlieren, wenn sie nicht mehr mindestens 25% an FMC hält. Würde FMC in die Rechtsform der Aktien­gesellschaft wechseln, wäre diese Konstruktion obsolet und Fresenius würde FMC in der Bilanz nicht mehr voll konsolidieren. Ein Anteilsverkauf wäre damit nicht verbunden.

Der neue Fresenius-Chef Michael Sen hatte angekündigt, das Portfolio zu durchleuchten, um den Konzern wieder auf einen stabilen Ertragskurs zurückzubringen. Im Rahmen dieser Analyse „erwägen wir auch eine Dekonsolidierung von Fresenius Medical Care mit dem Ziel einer Vereinfachung der Konzernstruktur“, heißt es aus dem Unternehmen. Die Fresenius-Aktie legte am Donnerstag um 4% auf 28,93 Euro zu.