Düngemittelhersteller

K+S-Rivale Nutrien hebt erneut Prognose an

Der kanadische Düngemittelhersteller und K+S-Konkurrent Nutrien hat nach einem starken zweiten Quartal die Ziele abermals angehoben. Der Konzern profitiert von der starken Nachfrage und hohen Verkaufspreisen. Nutrien steuert daher auf ein...

K+S-Rivale Nutrien hebt erneut Prognose an

dpa-afx/md Saskatoon/Frankfurt

Der kanadische Düngemittelhersteller und K+S-Konkurrent Nutrien hat nach einem starken zweiten Quartal die Ziele abermals angehoben. Der Konzern profitiert von der starken Nachfrage und hohen Verkaufspreisen. Nutrien steuert daher auf ein Rekordergebnis zu. Im um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde jetzt ein Anstieg auf 6 Mrd. bis 6,4 Mrd. Dollar erwartet, teilte die Gruppe mit. Bislang hatte die Prognose bei 4,4 bis 4,9 Mrd. Dollar gelegen; auf diese Spanne war der Ausblick im Juni angehoben worden.

Im zweiten Quartal lag der operative Gewinn bei 2,2 Mrd. Dollar und damit 29% höher als vor einem Jahr. Der Umsatz legte um 16% auf knapp 9,8 Mrd. Dollar zu. Damit schnitt Nutrien besser ab, als Analysten erwartet hatten. Auch die neue Prognose für das operative Ergebnis liegt über den bisherigen Erwartungen der Beobachter. An der New Yorker Börse stieg der Kurs der Aktie im Handelsverlauf um über 6% auf 64 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei 36,5 Mrd. Dollar. K+S kommt auf lediglich 2,5 Mrd. Euro. Der Kurs des MDax-Wertes zog im Sog von Nutrien gestern spürbar an.

Viele schwierige Jahre

Nach schwierigen Jahren haben sich die Perspektiven für die Düngemittelproduzenten in den vergangenen Monaten spürbar aufgehellt. Die Nachfrage zieht deutlich an, die Preise steigen immer weiter. Grund sind die florierenden Agrarmärkte. Die Preise für Feldfrüchte wie Baumwolle, Soja und Mais haben seit Sommer 2020 kräftig zugelegt. Für die Landwirte lohnt es sich daher, mehr Geld für höherwertiges Saatgut auszugeben und mehr Dünger auszubringen, um hohe Erträge zu erzielen.

Sanktionen gegen Belarus

Noch ein anderer Aspekt sorgt für feste Düngerpreise: Die westlichen Sanktionen gegen den weißrussischen Anbieter Belaruskali treiben nach Einschätzung des Kali-Exporteurs Belarus Potash Company (BPC) die Notierungen für den Düngemittel-Grundstoff Kaliumchlorid nach oben. Belaruskali werde alles tun, um seinen Verpflichtungen den Kunden gegenüber nachzukommen, erklärte gestern BPC, nachdem die US-Regierung am Montag das staatliche Unternehmen Belaruskali auf eine schwarze Liste gesetzt und weitere Strafmaßnahmen gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko verhängt hatte. Belaruskali hält einen Anteil von 48% an BPC. Das Unternehmen, das für etwa ein Fünftel des weltweiten Kalihandels steht, ist nicht direkt von den Strafmaßnahmen betroffen.