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Logistikfirma Hillebrand im Visier von Deutsche Post DHL

Laut Finanzkreisen interessiert sich die Deutsche Post DHL für eine Übernahme von Hillebrand, einem Logistikdienstleister für die globale Getränkeindustrie.

Logistikfirma Hillebrand im Visier von Deutsche Post DHL

md Frankfurt

Die Gruppe Deutsche Post DHL interessiert sich nach Angaben aus Finanzkreisen für das Mainzer Logistikunternehmen Hillebrand. Der Logistikriese aus Bonn führe derzeit Gespräche mit dem belgischen Finanzinvestor und Eigentümer Cobepa, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Demnach dauerten die Verhandlungen an; abgeschlossen sei noch nichts. Hillebrand könnte sich auch noch für einen anderen Interessenten entscheiden, hieß es weiter. Weder der Dax-Konzern noch Cobepa wollten sich zu der Sache äußern.

Hillebrand ist ein Logistikdienstleister für die globale Getränkeindustrie. Die Firma beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2700 Mitarbeiter weltweit und machte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 1,4 Mrd. Euro. Der Finanzinvestor Cobepa ist seit 2006 an dem Unternehmen beteiligt, seit 2016 ist die Investmentgesellschaft Mehrheitseigner. Eine Übernahme von Hillebrand wäre für die Post der größte Zukauf seit 2005. Damals hatten die Bonner den britischen Frachtkonzern Exel für etwa 7 Mrd. Dollar geschluckt.

Wie zuvor am Wochenende bekannt geworden war, hat die Deutsche Post DHL ihr Paketdrohnen-Entwicklungsprojekt „Paketkopter“ eingestellt. Das Projekt werde schon seit längerem nicht mehr fortgeführt, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa-afx. Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ darüber berichtet. Auch ein Pilotprojekt zum Medikamentenversand in Tansania zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Drohnenhersteller Wingcopter werde nicht fortgesetzt.

„Wir haben in den vergangenen Jahren diverse Anwendungsfälle für den DHL Paketkopter getestet, in denen die Drohne vor allem dann zum Einsatz kam, wenn ein Transport über etablierte Infrastrukturen schlecht möglich war oder deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätte“, sagte der Sprecher dpa-afx. Dabei seien wichtige Erkenntnisse gewonnen worden. Der Konzern habe aber mehrfach darauf hingewiesen, dass ein Regelbetrieb im Bereich der Zustellung per Paketdrohne in Deutschland nicht geplant sei. Es seien auch keine neuen Pilotprojekte vorgesehen.