Luftfahrtbranche

MTU startet mit erhöhter Schubkraft

MTU Aero Engines erfreut sich einer regen Nachfrage. Deutschlands größer Triebwerkhersteller erhält Rückenwind von einer sich weiter erholenden Luftfahrtbranche nach dem Corona-Schock 2020.

MTU startet mit erhöhter Schubkraft

MTU verbreitet Optimismus

Triebwerkbauer erwartet nach gutem Jahresstart weitere Branchenerholung

sck München

Nach einem schwungvollen Jahresauftakt wächst bei MTU Aero Engines die Zuversicht, die selbst gesteckten Finanzziele zu erreichen. „Wir profitieren davon, dass die Erholung in der Luftfahrtbranche anhält“, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Lars Wagner in einer Telefonkonferenz zur Vorlage des Zwischenberichts per 31. März. Der CEO führt das Münchner Dax-Mitglied seit Anfang 2023. „Wir haben alle die Erwartung, dass dieser Trend weitergeht“, fügte er hinzu. Wagner zufolge hat die Branche weltweit mittlerweile rund 80% des Niveaus vor Ausbruch der Coronakrise erreicht. Die Anfang 2020 ausgebrochene Pandemie stürzte die Flugzeugbauer und die Luftfahrtgesellschaften in eine schwere Krise nach dem Rekordjahr 2019, der Flugverkehr kam teilweise komplett zum Erliegen.

MTU hat dieses Tief längst überwunden. Davon zeugen die sehr guten Zahlen des ersten Quartals, deren Eckdaten die Konzernführung bereits über eine Woche vor Veröffentlichung des Zwischenberichts ad hoc bekannt gegeben hatte. MTU übertraf die Analystenschätzungen im Berichtszeitraum deutlich (vgl. BZ vom 18. April). An jenem Tag legte die Aktie des Unternehmens einen deutlichen Satz hin. Am Mittwoch, zur Vorlage des Quartalsberichts, büßte das Papier in einem schwachen Markt aber zeitweise 1,8% auf 235,10 Euro an Wert ein. Belastend wirkte sich aus, dass Airbus-Chef Guillaume Faury Engpässe bei Rohmaterial und wichtigen Bauteilen in einem Radio-Interview beklagt hatte. Die Engpässe könnten noch bis ins Jahr 2024 oder gar bis 2025 andauern, hatte Faury „France Inter“ am Mittwoch gesagt.

Unternehmenschef Wagner bezeichnete die Resultate des ersten Dreimonatsabschnitts 2023 als „Rekordquartal“ in der Firmengeschichte. Der Konzern steigerte den Umsatz um 31% auf über 1,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit bereinigt) legte überproportional um 62% auf 212 Mill. Euro zu. Nach Steuern verdiente MTU – um Sondereffekte bereinigt – 157 Mill. Euro (+70%). Die operative Marge verbesserte sich um 2,6 Prozentpunkte auf 13,7%. In Sachen Lieferketten verbreitete Wagner mehr Zuversicht als sein Kollege von Airbus – er gehe davon aus, dass sich bis zum Jahresschluss die Lieferketten weiter stabilisiert haben. Wagner berichtete allerdings auch von Verzögerungen im Wartungsbereich. Als Grund dafür nannte er Engpässe bei der Versorgung mit dringend benötigten Komponenten.

Wagner will den Schwung zum Jahresstart in den kommenden Quartalen fortschreiben. Der CEO bekräftigte seine Prognose für 2023. MTU steuert einen Umsatz in einer Bandbreite von 6,1 Mrd. bis 6,3 Mrd. Euro an. Bei einer vom Vorstand erwarteten „stabilen“ operativen Rendite lässt sich daraus ein bereinigtes Ebit in einer Spanne von 750 Mill. bis 775 Mill. Euro ableiten. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete MTU ein Ebit von 655 Mill. Euro (+40%). Die Erlöse legten 2022 um 27% auf 5,3 Mrd. Euro zu.

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