Jahresresultate

Nordzucker kommt beim Ergebnis voran

Europas zweitgrößter Zuckerproduzent Nordzucker hat nach Krisenjahren zum zweiten Mal in Folge wieder Gewinne verbucht.

Nordzucker kommt beim Ergebnis voran

dpa-afx Braunschweig

Europas zweitgrößter Zuckerproduzent Nord­zucker hat nach Krisenjahren zum zweiten Mal in Folge wieder Gewinne verbucht. Das Geschäftsjahr 2021/22 wurde mit einem Überschuss von 84 Mill. Euro abgeschlossen, teilt der Konzern mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen mit deutschen Standorten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt 66 Mill. Euro erwirtschaftet.

Mit 1,9 Mrd. Euro steigerte Nordzucker den Konzernumsatz nach eigenen Angaben um 273 Mill. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf die beiden Verlustjahre zuvor hatte das Unternehmen mit einem strikten Sparkurs reagiert. Dieses vor drei Jahren gestartete Programm habe zusätzlich zu der guten Marktentwicklung einen Beitrag von 70 Mill. Euro generiert, sagt Vorstandschef Lars Gorissen.

Maßgeblich für die Zahlen sind nach Konzernangaben aber vor allem steigende Preise und ein deutlicher Anstieg beim Absatz. Zudem zahlt sich die im Juli 2019 abgeschlossene Übernahme von 70% der Anteile am australischen Produzenten Mackay Sugar Limited weiter aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe diese Mehrheitsbeteiligung 15 Mill. Euro zum operativen Ergebnis beigetragen. Als Folge plant das Unternehmen, das Geschäft mit Rohrzucker zu erweitern, und prüft dafür Optionen etwa in Asien und Zentralamerika.

Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung im Juli eine Dividendenausschüttung von 80 Cent je Aktie vorschlagen. Im Vorjahr waren es 60 Cent. 2019 und 2020 waren die Aktionäre noch leer ausgegangen. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet der Konzern weiterhin mit einer guten Ertragslage, sollte ausreichend Energie für die Zuckergewinnung in den Werken zur Verfügung stehen.

Im Mai hatte bereits Europas größter Produzent Südzucker die Rückkehr in die Gewinnzone vermeldet. Im bis Ende Februar laufenden Geschäftsjahr 2021/22 betrug der Nettogewinn des Mannheimer Konzerns 123 Mill. Euro. Ein Jahr zuvor hatte dort noch ein Verlust von 36 Mill. Euro zu Buche gestanden.

Durch die Pandemie und den Krieg in der Ukraine sind die Kosten in der energieintensiven Produktion laut Nordzucker erheblich gestiegen. Mit Blick auf die im September beginnende Kampagne mit der Rübenverarbeitung in den Werken will sich der Konzern daher flexibler aufstellen und die Gasabhängigkeit reduzieren. Ein potenzieller Gaslieferstopp sei eine große Herausforderung.

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