Chiphersteller

Arm peilt Börsenwert von 60 Mrd. Dollar an

Der Chip-Designer ARM will im September an die Börse und peilt dabei eine Bewertung von 60 Mrd. Dollar an.

Arm peilt Börsenwert von 60 Mrd. Dollar an

Arm peilt bei IPO
Bewertung von
60 Mrd. Dollar an

dpa-afx Tokio

Der japanische Technologieinvestor und Mischkonzern Softbank schielt Kreisen zufolge bei einem Börsengang seines Chipdesigners Arm auf eine Bewertung von über 60 Mrd. Dollar. Im September schon könnte es soweit sein, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Der Konzern von Techmogul Masayoshi Son wolle mit einem Unternehmenswert von 60 bis 70 Mrd. Dollar Kapital aus dem Hype um Chips für künstliche Intelligenz Kapital schlagen.

In einem früheren Stadium hatten Investmentbanker bei dem Megadeal zwischen 30 und 70 Mrd. Dollar ins Gespräch gebracht. Eine Werbe-Roadshow bei möglichen Investoren sei für die erste Septemberwoche angesetzt, dicht gefolgt von einer Preisfindung in der Woche danach.

Softbank hatte die britische Firma 2016 für 32 Mrd. Dollar gekauft. Ein Verkauf an den Chipkonzern Nvidia scheiterte an Bedenken von Wettbewerbshütern. Inzwischen ist Nvidia als Ankeraktionär bei dem Vorhaben im Gespräch, wie die “Financial Times” im Juli berichtet hatte. Auch Chipriese Intel soll Interesse haben. Softbank-Chef Masa Son ließ schon vor ersten Vorbereitungsschritten im Mai durchblicken, dass er auch nach einer Aktienplatzierung eine Mehrheit an Arm behalten wolle. Bei dem Börsengang sollen wohl nach Darstellung von Bloomberg bis zu rund 10 Mrd. Dollar erlöst werden.

Auf Basis der von Arm entworfenen Chip-Architekturen entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Halbleiterkonzern Qualcomm, mit dessen Chips viele Android-Telefone laufen, greift darauf zurück. Die Arm-Designs setzten sich in Smartphones gegen Chipsysteme von Intel durch – unter anderem weil sie weniger Strom brauchen. Inzwischen werden Chips auf Basis von Arm-Architekturen auch in Rechenzentren eingesetzt, und Apple nutzt sie in seinen neuen Mac-Computern.