Immobilien

Aroundtown blickt gelassen auf Signa-Insolvenz

Der Immobilienkonzern Aroundtown befürchtet keinen großen Belastungen für die börsennotierten deutschen Branchenunternehmen durch den Insolvenzantrag der österreichischen Signa-Gruppe.

Aroundtown blickt gelassen auf Signa-Insolvenz

Aroundtown blickt gelassen
auf Signa-Insolvenz

Operatives Neunmonatsergebnis sinkt um 7 Prozent

hek Frankfurt

Der Immobilienkonzern Aroundtown befürchtet keine gravierenden Belastungen für die Branche durch den Insolvenzantrag der österreichischen Signa-Gruppe. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Vorgang großen negativen Einfluss auf die börsennotierten deutschen Immobiliengesellschaften hat", sagt Vorstandsmitglied Oschrie Massatschi im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Signa sei nicht das einzige Unternehmen, dem es schlecht gehe. Man müsse nun schauen, "ob bei anderen Dominosteine umfallen". Bei Aroundtown sei das nicht der Fall. "Unser Portfolio überschneidet sich kaum mit dem von Signa."

Wie aus dem Neunmonatsbericht hervorgeht, ist das operative Ergebnis aus der Vermietung (Funds from Operations, FFO) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7% auf 255 Mill. Euro gesunken. Als Gründe nennt das Management den Anstieg der Zinsausgaben, höhere Zahlungen an die Hybridbondholder und den Verkauf von Immobilien. Abgebremst wurde der Rückgang durch den Mietanstieg auf vergleichbarer Basis von 3,5% und eine höhere Pachteingangsrate der Hotelsparte, die lange unter den Corona-Beschränkungen litt. An der FFO-Jahresguidance von 310 Mill. bis 340 Mill. Euro hält Aroundtown fest. Der FFO gilt als wichtigste Ertragskennzahl im Immobiliensektor.

Aktives Schuldenmanagement

Gegen die Branchenkrise wappnet sich der Konzern mit aktivem Schuldenmanagement. So wurden im laufenden Jahr bisher für 1 Mrd. Euro neue Bankkredite abgeschlossen mit durchschnittlich mehr als sieben Jahren Laufzeit. Zudem hat das in Luxemburg ansässige Unternehmen Verkaufsverträge für Immobilien im Wert von 710 Mill. Euro unterschrieben, wobei die Konditionen "leicht unter Buchwert" gelegen hätten. Die Liquiditätsposition kletterte von 2,5 Mrd. Euro nach sechs Monaten auf 2,8 Mrd. Euro.

Mit Bondrückkäufen hat sich Aroundtown zuletzt zurückgehalten, denn der Betrag von 1,3 Mrd. Euro entspricht der bereits Ende August genannten Summe. Es seien noch geringe Volumina über den Markt eingesammelt worden, sagt Massatschi. 16% der von 2024 bis 2026 fälligen Schulden seien zurückgekauft und damit das Fälligkeitenprofil verlängert worden. Aroundtown habe die Bondmärkte im Auge und werde weitere Rückkäufe vornehmen, falls die Abschläge zum Nennwert zu groß würden.

Fälligkeiten bis Mitte 2026 abgedeckt

Cash, liquide Assets, erwartete Einnahmen aus Veräußerungen und Verkäuferdarlehn decken nach Firmenangaben die Fälligkeiten bis Mitte 2026 ab. Der Verschuldungsgrad (LtV), gemessen am Verkehrswert der Immobilien, bewegt sich nun bei 41%, ein leichter Anstieg im Vergleich zu Ende 2022 (40%). Rechnet man allerdings die Anleihen ohne Fälligkeit (Perpetuals) hinzu, wie es die Branchenorganisation Epra tut, bewegt sich der LtV bei 57%. Nach IFRS gelten die Ewigläufer als Eigenkapital.

Unter dem Strich stehen 1,37 Mrd. Euro Periodenfehlbetrag, der vorwiegend auf Werteinbußen im Immobilienbestand zurückgeht. Im dritten Quartal sei keine Neubewertung vorgenommen worden, erläutert Massatschi. Lediglich bei den Verkäufen sei es zu geringen Abwertungen gekommen. Aroundtown verfügt über 26 Mrd. Euro Assets, vorwiegend Büros (41%), Wohnungen (32%) und Hotels (20%).

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