Grand City peilt Spitzenrating an

Steigende Mieten führen zu Rekordgewinn - Destatis: Weniger Wohnungen genehmigt - Ao. HV der WCM

Grand City peilt Spitzenrating an

Mit steigenden Mieten, sparsamen Modernisierungen und einer konservativen Finanzstruktur peilt der Wohnungsvermieter Grand City eine weitere Ratingverbesserung auf “A-” an.ge Berlin – Der Wohnungsvermieter Grand City Properties hat dank höherer Mieten, geringerer Leerstände und niedrigerer Zinsen ein neues Rekordergebnis erzielt. Die Funds from Operations (FFO I), der wichtigste operative Wert in der Immobilienwirtschaft, wurden in den ersten neun Monaten um gut ein Zehntel auf 130,4 Mill. Euro hochgedreht, teilte der MDax-Aufsteiger mit.Zugleich betont das Management, an seiner konservativen Finanzstruktur mit einer geringen Verschuldung (Loan to Value, LTV) und fernen Fälligkeiten bei den Schulden festhalten zu wollen, um das Kreditrating weiter zu verbessern. Erst im September hatte Moody’s die Bewertung auf “Baa1” angehoben und hatte damit mit Standard & Poor’s (“BBB+”) gleichgezogen. Ziel von Vorstandschef Christian Windfuhr ist ein nochmals um einen Notch besseres “A-” bzw. “A3” – ein Rating, wie es bei den hiesigen Immobilienwerten sonst nur die Deutsche Wohnen hat. Dank jüngster Kapitalmaßnahmen hat Grand City ihre Kreditzinsen auf im Schnitt 1,5 % gedrückt bei durchschnittlichen Laufzeiten von 7,5 Jahren.Das in Luxemburg ansässige, aber aus Berlin heraus tätige Unternehmen hat sich auf nicht unbedingt in Großstädten liegende vernachlässigte Wohnungsportfolien mit hohen Leerständen – sogenannte “Immobilien mit hohem Optimierungspotenzial” – spezialisiert. Diese Bestände werden aufgefrischt und anschließend zu höheren Preisen vermietet – was regelmäßige Aufwertungen des Portfolios zur Folge hat.Dabei geht das Management bei der notwendigen Modernisierung äußerst sparsam vor. Für Instandhaltung und Modernisierung wurden in den ersten drei Quartalen 14,70 Euro je Quadratmeter investiert. Der MDax-Konkurrent Deutsche Wohnen mit seinen deutlich besser instand gehaltenen Wohnungen hat dagegen im gleichen Zeitraum fast doppelt so viel aufgewandt. Im Gegenzug setzt die stark auf Berlin fokussierte Wohnen aber auch Mietsteigerungen von 5 % binnen Jahresfrist durch, während sich Grand City mit einem Plus von 2,3 % begnügen muss. Dank des verminderten Leerstands kommen weitere 1,5 % hinzu, so dass das Unternehmen seine Mieteinnahmen insgesamt um 3,8 % hochdrehen kann. Maurer fehlenGleichzeitig teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit, dass trotz der hohen Nachfrage nach Immobilien vor allem in Ballungsräumen und Studentenstädten in den ersten drei Quartalen deutlich weniger Wohnungen genehmigt wurden als vor Jahresfrist. Die Zahl der Baubewilligungen sank um 7 % oder fast 20 000 auf knapp 257 000. Allerdings ist dieses Minus nur auf die geringeren Genehmigungen von Ein- und Zweifamilienhäusern und (mit – 40 %) auf Flüchtlingsunterkünfte zurückzuführen. Mehrfamilienhäuser konnten dagegen ein kleines Plus von 0,9 % verbuchen. Insgesamt gibt es nach einer Studie der KfW jedoch kein Defizit an Genehmigungen. In den vergangenen Jahren sei ein Überhang von 600 000 Zusagen entstanden. Es mangele folglich nicht an Genehmigungen, sondern an der Umsetzung, was zum Teil durch fehlende Baukapazitäten bedingt sei. Zudem holten Investoren gerade in Großstädten Baugenehmigungen auf Vorrat ein, setzten die Projekte aber nicht um, da sie auf steigende Mieten und Immobilienpreise wetteten, klagt die KfW.Ebenfalls am Freitag stimmte eine außerordentliche Hauptversammlung der WCM dem Beherrschungsvertrag mit der TLG Immobilien zu, die rund 86 % der Stimmen hält.