Assekuranz

Hannover Rück trotzt erhöhter Schadenlast

Trotz eines deutlichen Anstiegs der Netto-Großschadenbelastung im dritten Quartal steht die Hannover Rück weiterhin zu ihrem bisherigen Gewinnziel für 2021. Anleger zeigen sich erfreut.

Hannover Rück trotzt erhöhter Schadenlast

ste Hannover

Trotz eines kräftigen Anstiegs der Großschadenbelastungen im dritten Quartal hält die Hannover Rück an ihrem Gewinnziel für 2021 fest. Nach dem Rückgang des Nettoergebnisses im Coronakrisenjahr 2020 um rund 31% auf 883 Mill. Euro sieht die Prognose für das laufende Jahr weiterhin einen An­stieg auf 1,15 bis 1,25 Mrd. Euro vor. Für 2022 stellt das MDax-Unternehmen nun einen weiteren Anstieg des Ge­winns auf 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro in Aussicht.

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer schnitt trotz Ergebniseinbußen im dritten Quartal besser ab als erwartet, wozu neben höheren Preisen und Konditionen nach Vertragserneuerungen in der Schaden-Rückversicherung ein um 25% auf 491 Mill. Euro erhöhtes Kapitalanlageergebnis und auch ein positiver Einmaleffekt von 99 Mill. Euro aus dem Bestand an Langlebigkeitsdeckungen in der Personen-Rückversicherung beitrugen. Bei einer Steigerung der Bruttoprämien im dritten Quartal um 16,4% auf fast 7,2 Mrd. Euro verbuchte die Hannover Rück einen Rückgang ihres Konzernergebnisses um gut 30% auf 185,4 Mill. Euro. Für die ersten neun Monate steht gleichwohl ein Gewinnplus von 28,2% auf 856 Mill. Euro zu Buche.

„Unser solides Neunmonatsergebnis beweist erneut die Resilienz der Hannover Rück in einem volatilen Um­feld“, erklärte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz. Er verwies auf die überdurchschnittlich hohen Belastungen für Erst- und Rückversicherer aus Wirbelstürmen, Überschwemmungen und anderen Katastrophen.

Nachdem die Belastungen aus Großschäden im Segment Schaden-Rückversicherung der Hannover Rück im ersten Halbjahr noch deutlich unterhalb der Erwartungen gelegen hatten, übertrafen sie im dritten Quartal den budgetierten Rahmen erheblich. Für die ersten neun Monate kommt der Rückversicherer auf Netto-Großschadenbelastungen in der Schaden-Rückversicherung von 1,07 Mrd. Euro. Das in diesem Jahr von Januar bis September angesetzte Großschadenbudget von 849 Mill. Euro wurde damit um 221 Mill. Euro überzogen. Dabei entfielen mit dem Hurrikan „Ida“ in den USA (306 Mill. Euro) sowie dem mit massiven Flut- und Hagelschäden in Deutschland und anderen europäischen Ländern einhergehenden Unwettertief „Bernd“ (214 Mill. Euro) die bislang kostspieligsten Naturkatastrophen des Jahres auf das dritte Quartal.

Das Gewinnziel für 2021 hat die Hannover Rück mit einem Gesamtjahresbudget von 1,1 Mrd. Euro verknüpft, das inzwischen nahezu ausgeschöpft ist. Im vierten Quartal kalkuliert der Rückversicherer noch mit einem Budget von 251 Mill. Euro. Zugleich teilte die Talanx-Tochter mit, das Netto-Großschadenbudget für 2022 im Einklang mit den Wachstumserwartungen um 200 Mill. auf 1,3 Mrd. Euro zu erhöhen. So rechnet die Hannover Rück nach einer 2021 erwarteten Steigerung der Bruttoprämien mindestens im oberen einstelligen Prozentbereich sowie einer Kapitalanlagerendite von mehr als (bisher: rund) 2,4% mit einem Prämienzuwachs um mindestens 5% und einer Anlagerendite von zumindest 2,3% im kommenden Jahr.

Während der Nettogewinn der Schaden-Rückversicherung in den ersten neun Monaten den Angaben zufolge um 77% auf 739 Mill. Euro anstieg, gab er in der Personen-Rückversicherung um fast 50% auf knapp 150 Mill. Euro nach. Die Hannover Rück verwies auf Belastungen mit Bezug zur Corona-Pandemie, die sich auf 404 (i.V. 160) Mill. Euro summiert hätten. Davon entfielen 140 Mill. Euro auf das dritte Quartal. Der Rückversicherer sieht sich mit einer Kapitalbedeckungsquote nach Solvency II von 239% per Ende September nach wie vor komfortabel ausgestattet.

Anleger goutierten die Nachrichten: Die Aktie des MDax-Unternehmens legte am Donnerstag um bis zu 2,3% auf 165,90 Euro zu. Bei der DZBank, die weiterhin zum Kauf der Aktie bei einem um 10 auf 185 Euro erhöhten Kursziel rät, hieß es, die Hannover Rück habe angesichts hoher Katastrophenschadenbelastung und anhaltender Übersterblichkeit ein gutes Quartalsergebnis erreicht.

Hannover Rück
Konzernzahlen nach IFRS
9 Monate
in Mill. Euro20212020
Bruttoprämien2162019295
Nettoprämien1763415772
Versich.-techn. Ergeb.1−63−439
Kapitalanlageergebnis13571185
Operat. Ergebnis (Ebit)1281903
Konzernergebnis856668
Eigenkapitalrendite (%)10,28,3
Combined Ratio2 (%)97,9101,4
Haftendes Kapital1523814071
Kapitalanlagen35503049002
1) Einschließlich Depotzinsen; 2) Kombinierte Scha­den-Kosten-Quote in der Schaden-Rückversicherung; 3) ohne Depotforderungen Börsen-Zeitung
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