Förderbank der Hauptstadt

Investitionsbank Berlin verbucht stabiles Fördergeschäft

Die Investitionsbank Berlin hat 2023 ein stabiles Fördergeschäft verbucht, das fast ein Zehntel der privatwirtschaftlichen Investitionen in der Hauptstadt entsprach. Der Jahresüberschuss stieg kräftig.

Investitionsbank Berlin verbucht stabiles Fördergeschäft

Investitionsbank Berlin verbucht stabiles Fördergeschäft

Deutlich höherer Überschuss trotz steigendem Verwaltungsaufwand – Sondereffekt durch Fernwärme-Rückkauf 2024

ahe Berlin

Die Investitionsbank Berlin (IBB), die in diesem Monat ihren 100. Geburtstag feiert, hat 2023 ein stabiles Fördergeschäft von 2,25 (i.Vj. 2,21) Mrd. Euro verzeichnet. Der Bereich der Immobilien- und Stadtentwicklung stand dabei mit 1,37 Mrd. Euro erneut für das größte Volumen vor der Wirtschaftsförderung mit 817 Mill. Euro und der Arbeitsmarktförderung mit 65 Mill. Euro. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Hinrich Holm machten die von der IBB Gruppe und ihren Partnern mitfinanzierten mehr als 50 Programme im vergangenen Jahr etwa 8% aller privatwirtschaftlichen Investitionen in Berlin aus.

Giffey: Wichtigster Partner bei der grünen Transformation

Die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, die auch dem IBB-Verwaltungsrat angehört, stellte heraus, dass die Bank der wichtigste Partner der Stadt bei der grünen Transformation sowie der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sei. Sie verwies zudem auf den geplanten Rückkauf der Fernwärmenetze von Vattenfall, der Anfang Mai vollzogen wird und der über die IBB finanziert wird. Bei Unterzeichnung des Kaufvertrags im Dezember war von einem Preis von rund 1,6 Mrd. Euro die Rede gewesen. Dieses Volumen wird sich entsprechend mit einem Sondereffekt in der diesjährigen Bilanz der Förderbank niederschlagen. Vorstandschef Holm rechnet 2024 aber auch ohne diesen Effekt mit einem weiter steigenden Fördervolumen auf 2,3 bis 2,5 Mrd. Euro.

IBB verzeichnet steigenden Verwaltungsaufwand

Unter dem Strich verbuchte die Förderbank, die mittlerweile auf eine Bilanzsumme von 22,1 Mrd. Euro kommt, im vergangenen Jahr einen um 74% höheren Überschuss von 36 Mill. Euro. Dem um 13% gestiegenen Zinsergebnis von 136 Mill. Euro standen um 12% gestiegene Verwaltungskosten von 159 Mill. Euro gegenüber. Der operative Gewinn zeigte daher nur ein Plus von 3% bei 213 Mill. Euro. Der Verwaltungsaufwand wurde insbesondere von hohen Kosten für IT und ein Kernbankensystem belastet, wie Holm ausführte. Die Belastungen werden wohl erst 2025 wieder sinken. Die Cost-Income-Ratio, die 2023 schon auf 74,7 (68,8)% gestiegen war, dürfte daher in diesem Jahr weiter auf rund 80% zulegen.

Zuschussprogramme für Immobilien verzehnfacht

Im Bereich der Immobilienförderung haben sich 2023 unter anderem die Zuschussprogramme auf 161 Mill. Euro mehr als verzehnfacht. Auch die Nachfrage nach öffentlichen Baudarlehen zur Finanzierung preisgebundener Wohnungen kletterte um drei Viertel auf 167 Mill. Euro. Größtes Immobilienprogramm war aber mit 330 Mill. Euro der IBB-Beitrag zum Neubau von sechs Schulen in Berlin. Im Bereich der Wirtschaftsförderung hat sich unter anderem die Förderung von Unternehmensgründungen mit knapp 150 Mill. Euro nahezu verdoppelt. Die Venture-Capital-Investitionen summierten sich auf 14 Mill. Euro. IBB Ventures hat aktuell 92 Beteiligungen im Portfolio.

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