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Redaktion

KOMMENTAR
Die Fed-Chefin Janet Yellen hat am Mittwoch wortreich ausgeführt, warum sie glaubt, die Notenbank müsse an der lockeren Geldpolitik trotz besserer Wachstumsaussichten festhalten. Die Inflation sei niedrig und der US-Häusermarkt schwächele. Beide Phänomene sind klare Hinweise darauf, dass die Fed-Politik kein effizientes Hilfsmittel zur Wirtschaftsstimulierung darstellt. Die Probleme am Arbeitsmarkt - niedrige Partizipation, hohe Langzeitarbeitslosigkeit und geringe Lohnsteigerungen - bleiben trotz gesunkener Arbeitslosenquote weitgehend bestehen. Der Fortschritt, der etwa am Aktienmarkt erzielt wurde, kommt nur einem geringen Anteil der Amerikaner zugute. Nicht einmal jeder zweite US-Bürger besitzt derzeit eine Aktie - ein rekordniedriger Anteil bei rekordhohen Kursen. Einem Zehntel der Amerikaner gehören vier Fünftel des gesamten Aktienvermögens - Tendenz steigend. Wohl auch weil weniger wohlhabende US-Bürger angesichts der gestiegenen Kurse ihre Aktien veräußert haben, um ihre stagnierenden Arbeitseinkommen zu kompensieren.

Die gestiegenen Aktieneinkommen treiben zwar die Preise von Vermögenswerten - nicht aber den Konsum, der bei einem Anteil am Bruttoinlandsprodukt von 70 % für das Wachstumstempo in den USA entscheidend ist. Dass im vergangenen Monat die Preise wieder stärker angezogen haben, muss noch keine Trendwende sein. Denn um die Preisentwicklung bereinigt sind die Löhne der Angestellten gesunken. Steigen diese nicht kräftiger, wird auch das Inflationstempo wieder nachlassen. Yellen hält an der Nullzinspolitik wohl fest, weil ihr die anhaltende Ineffizienz bei der Wachstumsförderung lieber ist als die Gefahr, durch zu frühes Anziehen der Zinsschraube den im Vergleich zum Aufwand geringen Fortschritt zunichtezumachen. Eine attraktivere Alternative scheint nicht in Sicht.


Börsen-Zeitung, 08.05.2014, Autor Sebastian Schmid, Nummer 87, Seite 6, 238 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2014087035&titel=Konstant-ineffizient
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