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Redaktion

KOMMENTAR - DEUTSCHE BAHN
Vor sieben Jahren war der geplante Börsengang des Bahn- und Logistikgeschäfts der Deutschen Bahn im immer stärker werdenden Sturm der Finanzkrise untergegangen. Doch die damals installierten aufwendigen Doppelstrukturen aus staatlicher Holding und teilprivatisierbarer Tochter haben bis heute überlebt - obwohl ein erneuter IPO-Versuch parteiübergreifend ausgeschlossen wird. Zu groß waren die Schäden, die entstanden, als die Verkehrsaktivitäten fit für die Börse gemacht werden sollten. Zu lange dauerte das Aufräumen.

Dass diese teure Doppelstruktur erst jetzt im Zuge eines von Bahn-Chef Rüdiger Grube vorgelegten Sechs-Punkte-Programms eingestampft werden soll, zeigt beispielhaft das Problem des Staatskonzerns - und seiner Führung: Es geht alles zu langsam. Und bei bislang vier Entscheidungsebenen (die künftig auf zwei Stufen gekappt werden sollen) beschäftigt sich das Management vorrangig mit sich selbst statt mit dem Markt und dem schärfer werdenden Wettbewerb.

Unzählige Berichte wandern da die Hierarchieebenen hoch und wieder runter und verbrauchen Zeit und Geld, wie der Vorstand inzwischen selber einräumt. Bisher störte das wenig. Mit dem Elbe-Hochwasser hier, dem Orkan Niklas da und der stets streikwilligen GDL hatte der Vorstand immer eine Begründung, warum der operative Gewinn nun schon zum dritten Mal in Folge zurückgehen wird. Doch während der Return on Capital Employed (Roce) bei den zugekauften Auslandsaktivitäten schon längst und dauerhaft die konzerninterne Zielmarke von 10 % überschritten hat, leidet das heimische Eisenbahngeschäft und büßte ein Drittel seines Gewinns ein. Die Güterzüge fahren mit Verlust, die Gefahr durch Fernbusse wurde total unterschätzt.

Dies alles soll nun der neue Verkehrsvorstand Berthold Huber richten, der bei seinem ersten Auftritt versprach, "aggressiver, angriffslustiger" vorgehen zu wollen, um die Züge wieder voll zu bekommen. Allein drei Millionen 19-Euro-Tickets seien binnen kürzester Zeit verkauft worden, weshalb die Fahrgastoffensive noch einmal ausgeweitet werden soll. Schön - aber mit Schnäppchenpreisen verdient die Bahn kein Geld. Auch das unlängst angekündigte neue Fernverkehrskonzept, mit dem das Zugangebot deutlich ausgeweitet werden soll, ist erst einmal ein Versprechen auf die Zukunft, dessen Tragfähigkeit sich noch erweisen muss. Nochmals sieben Jahre wird Vorstandschef Grube nicht bekommen, um steigende Gewinne zeigen zu können.


Börsen-Zeitung, 29.07.2015, Autor Ulli Gericke, Nummer 142, Seite 1, 331 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2015142002&titel=Versprechen-auf-die-Zukunft
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