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Redaktion

KOMMENTAR - ARGENTINIEN
Der neue argentinische Präsident Mauricio Macri ist gerade einmal sieben Tage im Amt, schon wagt er einen drastischen Schritt. Er hat überraschend den Kurs des Peso gegenüber dem Dollar vollständig freigegeben und auch die Devisenkontrollen weitestgehend abgeschafft. Zwar hatte Macri dies im Wahlkampf in Aussicht gestellt. Viele Beobachter hatten aber angesichts hoher Inflation und beinahe rekordniedriger Währungsreserven der Notenbank mit einem behutsameren Vorgehen gerechnet, beispielsweise mit einer schrittweisen Anpassung des offiziellen Peso-Kurses an die Realität.

Die Reaktion auf die Hauruck-Maßnahme ließ nicht lange auf sich warten: Der Außenwert des Peso ist am Donnerstag ausgehend vom bisherigen offiziellen Kurs von 9,9 Peso je Dollar um rund 40 % auf 13,9 Peso abgestürzt. Alberto Ramos, Lateinamerika-Chefökonom von Goldman Sachs, zeigt sich besorgt. Er sprach trotz grundsätzlicher Zustimmung von einem riskanteren Vorhaben verglichen mit dem Kurs anderer Länder. Auch wenn der Internationale Währungsfonds noch nicht wieder mit im Boot ist: Es lässt sich ohne weiteres von einer Schocktherapie für Argentiniens Volkswirtschaft sprechen.

Macri hat zweifellos gute Gründe für Veränderungen. Das Beispiel Griechenlands hat gezeigt, wie schädlich ein starres Währungsregime für schwache Volkswirtschaften sein kann. Argentinien leidet unter Kapitalflucht, sinkenden Exporten und fast völlig ausgetrockneten Investitionen aus dem Ausland. Dennoch ist es alles andere als sicher, dass es die von Macri erhoffte schnelle Rückkehr zu hohem Wirtschaftswachstum geben wird.

Da die Notenbank mit gerade einmal 24,2 Mrd. Dollar an - zudem illiquiden - Devisenreserven kaum intervenieren kann, droht ein Überschießen der Peso-Abwertung. Damit würde die Inflation, die bereits jetzt 24 % beträgt, enorm angeheizt. Da Macri mit einem Sozialpakt die Gewerkschaften zur Mäßigung bewegen will, droht die Anpassung auf Kosten der Kaufkraft der breiten Massen zu erfolgen, zumal Macri auch die Exporte der Landwirtschaft ankurbeln muss, um so die Devisenreserven aufzustocken. Ferner werden auch die unausweichlichen Zinserhöhungen zur Stützung des Peso die Wirtschaft schwächen. Weshalb sollten ausländische Investoren in einer solch unsicheren Lage in Argentinien investieren? Argentinien könnte ein weiteres Beispiel dafür werden, dass Lösungen aus dem Ökonomielehrbuch in der Realität manchmal wenig taugen.


Börsen-Zeitung, 18.12.2015, Autor Dieter Kuckelkorn, Nummer 243, Seite 1, 328 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2015243002&titel=Schocktherapie
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